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Dienstag, 24. April 2012

Arbeit und Wirtschaft, 3/2012



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 3/2012
46 S.






Auf das Arbeitsrecht kommt man zumeist dann, wenn man in der Bredouille ist − und ist dann sehr froh darüber, daß man Rechte hat und nicht Wohl und Wehe ausgeliefert ist. Diesem Thema widmet sich das Heft.
Immer wieder bemerkenswert ist die unterschiedliche Bewertung von gleichwertiger Arbeit, die sich in unterschiedlicher Bezahlung niederschlägt: „Einem Maurer, der Zementsäcke schleppt, wird Krafteinsatz zugebilligt, eine Supermarktkassiererin, die täglich viele Produkte über den Scanner zieht − dabei zwischen zwei und sechs Tonnen pro Tag hebt − muß um diese Anerkennung noch kämpfen.“

Freitag, 9. März 2012

Arbeit und Wirtschaft, 1-2/2012



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 1-2/2012
46 S.






Wenn man sich bewußt macht, was es bedeutet, wenn nun in Spanien und Griechenland die Jugendarbeitslosigkeit über 50 Prozent beträgt, also jeder zweite Jugendliche nicht in Ausbildung ist oder etwas arbeitet, sondern auf der Straße steht, kommt man ins Schaudern. Das ist ein großes Problem, nicht nur für die Einzelnen, nicht nur für die betreffenden Ländern, sondern für ganz Europa. Markus Marterbauer schlägt im Heft vor, einer verlorenen Generation auf europäischer Ebene entgegenzuwirken. Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramme werden Geld kosten. Aber es wäre es wert, um einer auf lange Sicht gesellschaftlich fatalen Perspektivenlosigkeit entgegenzuwirken. Wir sitzen alle in einem Boot.
Das Titelbild der Ausgabe mit einem sich übergebenden Mann ist im übrigen vielleicht etwas gewagt.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Arbeit und Wirtschaft, 11/2011 und 12/2011


Arbeit & Wirtschaft
Nr.11/2011
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.12/2011
46 S.



In einem spannenden Interview berichtet die Sozialanthropologin Christa Markom in der Novemberausgabe über ihre Erfahrungen in der Untersuchung von Rassismus als Gruppenphänomen. Aus weiteren guten, praxisorientierten Artikeln zum Thema Rechtsextremismus und seiner Bekämpfung ergibt sich ein gelungenes Heft.

Im Schwerpunkt über Medienpolitik im Dezemberheft berichtet Brigitte Pellar über ein weithin unbekanntes Detail aus der Rundfunkgeschichte: Als Gegengewicht gegen das regierungslastige offizielle Programm des 1924 brandneuen Mediums Radio, sendeten Sozialdemokratie und Freie Gewerkschaften von 1925 bis 1932 illegal eigene Radioprogramme. Es entstand ein von Arbeiterbank und Arbeiterkammern finanziertes Netz an Piratensendern in allen Bundesländern.

Montag, 2. Januar 2012

Arbeit und Wirtschaft, 7-8, 9 und 10/2011

Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 7-8/2011, Nr. 9/2011 und Nr. 10/2011
je 46 S.


Gerade nach den mit übervollem Magen absolvierten Feiertagen vor dem Jahreswechsel ist die nachträgliche Lektüre der Juli/August-Ausgabe von Arbeit & Wirtschaft zum Schwerpunkt Essen und Trinken sehr spannend. Es geht um weltweite Verteilung von Nahrung und Wasser, westliche Eßgewohnheiten oder EU-Landwirtschaftspolitik. Die Absurdität, aus Umweltschutzmotiven, Brotgetreide zu importieren, um daraus Agrartreibstoffe zu machen und so den Weltmarktpreis für Nahrungsmittel zu steigern und den globalen Hunger zu fördern, ist schon himmelschreiend.
Ein gewohnt aufrüttelndes Interview gibt es mit Jean Ziegler. Man hört seine einprägsame Stimme beim Lesen geradezu im Hinterkopf.

Um Internetz und das Social Media geht es im Septemberheft. Auch wenn ich mich selbst hier und anderswo umtue: Ich bleibe dabei, in meiner Nutzung grundsätzlich selektiv und zurückhaltend zu sein.

Das 90-jährige Jubiläum der Arbeiterkammer steht im Zentrum des Schwerpunkts im Oktober. Klaus-Dieter Mulley wirft dabei einerseits einen Blick zurück auf 90 Jahre Zusammenarbeit von Arbeiterkammern, Gewerkschaften und Betriebsräten und präsentiert andererseits die Idee einer „Zukunftsfestschrift“, die als nach vorne gerichtete Jubiläumsfestschrift herausgegeben wurde.

Sonntag, 10. Juli 2011

Arbeit und Wirtschaft 4, 5 und 6/2011

Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 4/2011, Nr. 5/2011 und Nr. 6/2011
je 46 S.


Die Aprilausgabe widmete sich Fragen der Arbeitsmarktöffnung vom 1. Mai dieses Jahres gegenüber den (auch nicht mehr so) neuen EU-Ländern. Spannend auch Florian J. Burgers Beitrag, der sein Buch über die Stand und Gefährung des Streikrechts im Lichte der Europarechtsentwicklung vorstellte.

Um Berufe, ihr Aussterben und ihre Neuentwicklung, ging es im Maiheft.

Um Veränderungen vielerlei Art geht es gleich darauf im Juni. Eine spannende Zahl liefert hierbei Karl Kollmann zur Entwicklung der Konsumgesellschaft, gemessen an der Einstellung von Jugendlichen zu Werbung: „Waren in den Siebziger Jahren noch rund 70 Prozent der Jugend skeptisch der Werbung gegenüber eingestellt (Stichwort: ,die wollen mir nur was verkaufen‘), so sind es in den vergangenen Jahren rund 70 Prozent, die Werbung prinzipiell gut und sympathisch finden.“

Freitag, 29. April 2011

Arbeit und Wirtschaft, 3/2011



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 3/2011
46 S.






Interessantes gibt es im Heft zur Einschätzung der Debatte um eine „Wirtschaftsregierung“ auf EU-Ebene − ein Begriff, der mir vor einem Jahrzehnt als linke Forderung zur Begleitung der Euro-Einführung untergekommen ist und nun unter neoliberalen Vorzeichen diskutiert wird. Tempora mutantur.
„Was auf den ersten Blick positiv klingt“ (eine verstärkte wirtschaftliche Koordinierung in der EU, Anm.) „könnte die entscheidende Weichenstellung für ein europäisches Wettbewerbsmodell niedrigester Löhne und Sozialstandards sein.“ schreibt Oliver Röpke vom ÖGB-Europabüro.

Freitag, 22. April 2011

Arbeit und Wirtschaft, 2/2011



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 2/2011
46 S.






Um das Bildungssystem und die Bildungspolitik dreht sich der Schwerpunkt der Februarausgabe. Es gibt dabei Artikel, die sich mit Aspekten beschäftigen, die in der üblichen bildungspolitischen Diskussion wenig bis keinen Raum bekommen. So z.B. mit Early School Leavers, den 60.000 Jugendlichen in Österreich mit maximal einem Pflichtschulabschluss und ohne weiterer Ausbildung.
Sehr spannend ist auch der Umstand, daß es etwa in Wien überhaupt keine Lehrlinge mit 15 Jahren im ersten Lehrjahr gibt. Betriebe nehmen immer öfter lieber bereits anderswo ausgebildete Jugendliche oder gleich Maturantinnen und Maturanten auf sowie solche, die nach längerer Wartezeit vielleicht „williger“ sind, wie Wilfried Leisch schreibt.
Über den zweiten Bildungsweg zum Hochschulstudium, die Berufsreifeprüfung, berichtet Martha Eckl. Knapp 1.000 Personen begannen über diesen Weg 2009/10 ein Studium. Sie leiden besonders an der schlechten Vereinbarkeit von Unistudium und Berufstätigkeit oder den Altersgrenzen der Stipendien.

Dienstag, 15. Februar 2011

Arbeit und Wirtschaft, 12/2010 und 1/2011

Arbeit & Wirtschaft
Nr.12/2010
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.1/2011
46 S.




Sehr spannend ist im Dezemberheft der Beitrag von Elisabeth Steinklammer, in dem sie von dem von ihr mitherausgegebenen Buch Betriebsratsrealitäten erzählt. Darin geht es um die Arbeitsrealität von Betriebsrätinnen und Betriebsräten in der sich verändernden Arbeitswelt: „Sie versuchen defensiv, durch eine Anpassung der eigenen Praxis an die neuen Bedingungen, Verschlechterungen zu verhindern und abzuschwächen. Damit einher gehen Frustration und Ohnmachtsgefühle, weil immer weniger wirkmächtige Handlungsoptionen wahrnehmbar sind.“

Die Arbeitszeit steht im Zentrum der layouterisch leicht veränderten Jännerausgabe. „Das Paradoxe ist: Immer mehr Arbeit wird automatisiert, doch statt die restliche Arbeit gerecht zu verteilen, werden viele von denen, die einen Arbeitsplatz haben, ausgenutzt. Auch in Österreich werden im Jahr Millionen Überstunden gemacht. Allein die geleisteten unbezahlten Überstunden würden laut Berechnungen des ÖGB umgerechnet 60.000 Arbeitsplätze bringen.“ schreibt Christian Resei.

Montag, 7. Februar 2011

Arbeit und Wirtschaft, 10/2010 und 11/2010

Arbeit & Wirtschaft
Nr.10/2010
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.11/2010
46 S.




89. Diese nackte Zahl ist es, die bei der Lektüre des Oktoberhefts von Arbeit & Wirtschaft am einprägsamsten im Gedächtnis geblieben ist. Das Thema ist der Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an ihrem Arbeitsplatz und 89 ist die Anzahl an Menschen, die 2009 bei einem Arbeitsunfall in Österreich tödlich verunglückt sind. Erwerbsarbeit darf keine Frage von Leben und Tod sein.

In der Novemberausgabe geht es um den Wert der Arbeit, in einer sich stetig verändernden Arbeitswelt

Montag, 17. Januar 2011

Arbeit und Wirtschaft, 7-8/2010 und 9/2010

Arbeit & Wirtschaft
Nr.7-8/2010
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.9/2010
46 S.




„Entweder ist die Frau Mutter, ... ist sie aber in erster Linie Lehrerin, dann muss sie ihre Kindern fremden Personen zur Betreuung und Erziehung überlassen, während sie fremde Kinder erzieht. Beides gleichzeitig geht nicht. Beim Naturinstinkt des Weibes als Mutter wird sie aber in den meisten Fällen die Schule vernachlässigen und sich mehr ihrer Familie widmen.“ Mit diesen Worten begründete die Vorarlberger Landesregierung noch zu Beginn der Zweiten Republik ihren Versuch, das Eheverbot für Pflichtschullehrerinnen beizubehalten, das schließlich 1949 wie zuvor in den anderen Bundesländern doch abgeschafft wurde. Vor dem Zusammenbruch der Monarchie durften verheiratete Frauen nur in Wien ohne Einschränkung berufstätig sein. An die Geschichte des Zwangszölibats, der auch für Dienstbotinnen und Dienstboten und andere Berufsgruppen galt, erinnert Brigitte Pellar in der Juli/August-Ausgabe.
Nur in der Vorstellungswelt der bigotten katholischen Sexualmoral konnte die Ehelosigkeit aber die Entstehung von Kindern verhindern. Pellar erwähnt dazu, daß 1930 im Salzburger Pinzgau über 90 Prozent der Kinder von Dienstmägden unehelich geboren wurden. Für Mütter wie Kinder hatte das gravierende soziale Folgen in ihrem weiteren Leben.

Das Septemberheft bot im Vorfeld der Wiener Gemeinderatswahlen einen spannenden Schwerpunkt zum Thema Integrationspolitik.

Montag, 10. Januar 2011

Arbeit und Wirtschaft, 5/2010 und 6/2010

Arbeit & Wirtschaft
Nr.5/2010
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.6/2010
46 S.




Als ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit wird im Mai-Heft die Mittagspause samt Entspannung und gesundem Essen identifiziert. Als gesundheitliche und auch gesundheitspolitische Problematik wird benannt, daß dies aus Streß, Zeitnot oder anderen Gründen im Arbeitsalltag oft unter den Tisch fällt. Ich fühle mich ertappt.
Um die Errungenschaften des Sozialstaats und seine ungebrochene, ja wachsende Aktualität geht es in der Juni-Ausgabe. Aus Kolumbien berichtet Frank Braßel, daß dort 2008 49 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ermordet wurden, 2009 48 und bis Mai 2010 wieder bereits 25. Teil des Bürgerkriegs der Regierung mit Guerillatruppen, wo jede soziale Aktivität in Geruch der Sympathie mit letzteren steht und daher erschreckend oft das Todesurteil bedeutet.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Arbeit und Wirtschaft, 3/2010 und 4/2010

Arbeit & Wirtschaft
Nr.3/2010
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.4/2010
46 S.




In der März-Ausgabe der Zeitschrift gibt es einige Artikel aus dem Beginn der Budget- und steuerpolitischen Debatte, die gerade mit einigem zeitlichen Abstand in der aktuellen tagespolitischen Lage zur Reflexion interessant sind. Nachdenklich stimmt Ruth Bauers Artikel, in dem sie u.a. die moralische Berechtigung infragestellt, Fair-Trade-Artikel in hiesigen Supermärkten zu verkaufen und zu kaufen, wo die Arbeitsbedingungen in diesen doch bekanntermaßen oftmals dem Grundgedanken zuwiderlaufen. „Es ist nicht alles fair, was glänzt.“ schreibt sie. Ein paar berechtigte Einwände. Ich kauf's trotzdem.

Petra Völkerer und Sibylle Pirklbauer beschäftigen sich im April-Heft mit den „Neuen Dienstbotinnen“ in Haushalten der oberen Mittelschicht. Die Belastung mit Jobs, Haushalt und Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen in Kombination mit verankerten Rollenbildern „führt dazu, dass unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit nicht zwischen Frauen und Männern umverteilt, sondern von einheimischen Frauen zu migrantischen Frauen verlagert wird. ... So entsteht eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Frauen, die Geschlechterordnung zwischen Mann und Frau bleibt hingegen unangetastet.“ #fail

Freitag, 28. Mai 2010

Arbeit und Wirtschaft, 2/2010



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 2/2010
46 S.






Am spannendsten sind hier immer Geschichten aus der Wirklichkeit des Arbeitslebens, wenn etwa in der Februar-Ausgabe eine Betriebsrätin des Opel-Werks in Aspern über die Schwierigkeiten ihrer Aufgabe in der Krise erzählt, als ständiger Überbringer schlechter Nachrichten.

Historisch Wissenswertes gibt es wiederum über das Phöbus-Kartell, das 1924 gegründet wurde und einst Erzeugung und Standardisierung von Glühbirnen regulierte. "Obwohl KonsumentInnen Veränderungen des Produkts als technischer Fortschritt kommuniziert wurde, folgte die Entwicklung doch meist einer ökonomischen Rationalität." schreibt Sebastian Baryli. Mir wurde bewußt, wie fundamental wenig Ahnung ich von Technikgeschichte habe.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Arbeit und Wirtschaft, 1/2010



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 1/2010
46 S.






"Ich rate Jüngeren, die den Beruf erlernen wollen: Lernt noch einen anständigen zweiten Beruf, damit ihr nicht nachher darauf angewiesen seid und euch verbiegen müsst." rät die lebende Legende Günter Wallraff am journalistischen Beruf Interessierten im Interview. Um Wesen und Veränderung der Medien geht es in diesem Heft, etwa um die ja heiß umfehdete Frage des Verhältnisses und der Entwicklung von Print und Internetz. Im Fokus stehen die Arbeitsbedingungen von JournalistInnen, die immer stärker unter Druck stehen, worauf Wallraff anspielt.
Dankenswerterweise wird an den, die Realität zur Kenntlichkeit entzerrenden, Dokumentarfilm Kronen Zeitung - Tag für Tag ein Boulevardstück aus dem Jahr 2002 erinnert, über dessen Entstehung Filmemacherin Nathalie Borgers erzählt.
Eine ausgezeichnete Ausgabe.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Arbeit und Wirtschaft, 12/2009



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 12/2009
46 S.






Im Dezember-Heft erinnert Brigitte Pellar an einen Artikel, in dem Käthe Leichter im Juli 1933 in dieser Zeitschrift die damals brandneue soziologische Studie Die Arbeitslosen von Marienthal erstmals einem breiteren Publikum vorstellte:

"Von jedem Schilling mehr oder weniger an Unterstützung hängen aber nicht nur Ernährung und Kleidung, hängt auch die ganze Einstellung des Arbeitslosen zum Leben ab. Ein Versuch, die (oben gezeigten) Haltungsgruppen mit dem persönlichen Monatseinkommen zu vergleichen, ergibt im Durchschnitt:

In der Gruppe . Betrag in Schilling
Ungebrochen ..... 34
Resigniert ...... 30
Verzweifelt ..... 23
Apathisch ....... 19

Versteht man jetzt, was der Kampf um die Arbeitslosenunterstützung bedeutet? ... 5 Schilling auf oder ab, das bedeutet die Zugehörigkeit zu einer anderen Lebensform."


Gerade in der aktuellen Zeit der höchsten Arbeitslosigkeit seit den 1950er Jahren, ist es wichtig, sich bewußt zu machen, welch einschneidendes Erlebnis die Arbeitslosigkeit für die einzelnen Menschen bedeutet. Sozialstaatliche Unterstützung ist auch ein gesellschaftlicher Beitrag zur Erhaltung der Würde der betroffenen Menschen. Das sollte uns etwas Wert sein.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Arbeit und Wirtschaft, 11/2009



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 11/2009
46 S.






Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld im europäischen Vergleich gibt es hier.
Immer wieder wird auch erwähnt, welche enorme psychische Belastung Arbeitslosigkeit bedeutet, da die Betroffenen scheinbar ihre Wertigkeit verlieren und durch gesellschaftliche Resonanz (aber auch z.B. durch AMS-Kurse) vermittelt bekommen, daß zuallererst sie selbst an ihrer Situation "schuld" sind. Was in den allermeisten Fällen angesichts der wirtschaftlichen Lage Blödsinn ist.

Wieder einmal interessant ein Bericht aus dem Ausland, diesmal über den Fall eines Werftarbeiters aus dem italienischen Palermo, der seinen Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen mit Arbeitsplatzverlust bezahlte und nun dagegen ankämpft.

Freitag, 13. November 2009

Arbeit und Wirtschaft, 9/2009 und 10/2009

Arbeit & Wirtschaft
Nr.9/2009
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.10/2009
46 S.




Die Septemberausgabe setzt sich unter dem Motto des Blicks über den Tellerrand mit Neoliberalismus und Globalisierung auseinander. Von Weltverbesserung bis zur Realität der Kinderarbeit. Interessant auch ein Artikel über zwei fortschrittlichere Think Tanks in den USA (EPI, CAP).
Am spannendsten im Heft aber die Information über das grenzüberschreitende österreichisch-slowakische Gewerkschaftsprojekt ZUWINBAT ("Zukunftsraum Wien - Niederösterreich - Bratislava - Trnava") zur Vorbereitung der Arbeitsmarktliberalisierung 2011. Das klingt sehr gut, vielversprechend und weitsichtig.

In der Oktoberausgabe geht es, für eine Gewerkschaftszeitschrift zeitlich sehr passend, v.a. um Löhne und Lohnpolitik. Von Hintergründen des Arbeitskampfs in der Druckereibranche bis zur Einkommensschere zwischen den Geschlechtern.

Montag, 7. September 2009

Arbeit und Wirtschaft, 7-8/2009



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 7-8/2009
46 S.






Eine richtige Kriminalgeschichte bietet Maja Nizamov. Sie schreibt darüber, daß am 3. Juni zwei Männer versuchten, US-Staatsanleihen im Wert von 134 Mrd. Dollar aus Italien in die Schweiz zu bringen. Im Koffer mit doppelten Boden. Im Zug. Im Pendler-Regionalzug. Am Grenzübergang wurden sie von Zöllnern geschnappt. Völlig unklar und Gegenstand von Spekulationen sind die Echtheit der Papiere und die Hintergründe. Da gibt es sogar das Gerücht um eine Aktion des nordkoreanischen Geheimdienstes zur Destabilisierung der Finanzmärkte. 134 Mrd. Dollar sind jedenfalls sehr, sehr viel Geld. Sollten die Wertpapiere echt sein, hätte der italienische Staat Anspruch auf 40 Prozent der Summe, 38 Mrd. Euro - das wären fast 2,5% des italienischen BIP! Nicht schlecht. Ist es doch so, daß James Bond die Wirklichkeit ist?

Auch sonst dreht sich im diesem Heft alles ums Geld bzw. um den Finanzmarkt. Von Reichtum, Steueroasen und Privatstiftungen bis hin zu Regulierung, Armut und den Auswirkungen der "Krise des Nordens" im Süden der Welt.

Freitag, 3. Juli 2009

Arbeit und Wirtschaft, 5/2009 und 6/2009

Arbeit & Wirtschaft
Nr.5/2009
46 S.


Arbeit & Wirtschaft
Nr.6/2009
46 S.




In der Mai-Ausgabe dreht sich im Vorfeld der damals anstehenden Europaparlamentswahlen viel um die EU.

Im Juni-Heft gibt's u.a. eine nette Zusammenfassung der AK-Budgetanalyse und des letzten "Arbeitsklima-Index" der AK OÖ (Sukkus: "frostig") und einen interessanten Überblick über die zersplitterte Gewerkschaftslandschaft in Ungarn.
Unschlüssig, ob ich weinen oder lachen soll, war ich beim Artikel der LehrerInnengewerkschaft - "Durch gute gewerkschaftliche Organisation und klug gesetzte Maßnahmen konnten sich die LehrerInnen gegen Ministerin und Boulevard behaupten." Nach uns die Sintflut.

Dienstag, 23. Juni 2009

Arbeit und Wirtschaft, 4/2009



Arbeit & Wirtschaft
Herausgegeben von AK und ÖGB
Nr. 4/2009
46 S.






Sehr nett finde ich ja, daß es in der Arbeit & Wirtschaft immer eine Geschichtsseite gibt, in der mal mehr, mal weniger interessante Bezüge zum Scherpunktthema aus der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung gegeben werden. Zum Thema der April-Ausgabe, Jugend, gibt es so Informationen zu parteiübergreifenden Jugendaktionen in der Ersten Republik wie dem AK-"Jugendparlament" oder den Aktionen "Jugend in Not" und "Jugend am Werk" gegen die Arbeitslosigkeit in den 1930er Jahren, die von sozialdemokratischen und christlichen GewerkschafterInnen sowie sozialdemokratischen und katholischen Jugendorganisationen getragen wurden. Durchaus bemerkenswert für die damalige Zeit. Im kürzlich herausgegebenen Tagebuch Bruno Kreiskys aus seiner Zeit im austrofaschistischen Gefängnis schreibt er sehr bitter darüber, daß letztere Aktionen jetzt vom Regime einseitig propagandistisch verwertet werden.