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Sonntag, 4. Januar 2026
Ostia Antica
4.1.2026
Im italienischen Ostia habe ich ein Fußballspiel besucht.
Ostia Antica, das antike Ostia, liegt heute fünf Kilometer von der Mündung des Flusses Tiber ins Meer landeinwärts. Zur Zeit der Antike befand sich hier das Meer und der Hafen. In zwei Jahrtausenden hat der Flusslauf des Tiber viel Material angeschwemmt und das Land ausgedehnt.
Im Mittelalter errichtete man 1423 und 1424 unter Papst Martin V. erst einen Wachturm, um die Schifffahrt am Tiber und umliegende Salinen (Salzproduktion und -Handel war Herrschaftsmonopol des Papstes) militärisch zu sichern. Später wurde daraus in den 1480er Jahren unter dem späteren Papst Julius II. die heute noch zu sehende Festung im Renaissancestil gebaut. 1556 beschädigte eine Belagerung spanischer Truppen die Burg schwer. Nur wenig später änderte der Tiber 1557 nach einem Hochwasser aber seinen Flusslauf, womit die Burg ihre militärische Bedeutung einbüßte. Die entstehenden Sümpfe wurden zu Malariabrutstätten und die Gegend verlassen. Die Burg wurde zu einem Gefängnis es Kirchenstaats umfunktioniert, deren Häftlinge im 19.Jh. zu den ersten Ausgrabungen des antiken Ostia eingesetzt wurden.
Der Legende nach sollen Ostia und sein Hafen unter dem legendären vierten König von Rom, Ancus Marcius, im 7.Jh.v.u.Z. gegründet worden sein. Dafür gibt es aber ebenso wie für die Existenz des Königs keine Belege. Die ältesten archäologischen Funde sind aus dem 4.Jh.v.u.Z. und die ältesten erhaltenen Gebäude aus dem 3.Jh.v.u.Z.
Wahrscheinlich errichtete Rom hier im 4.Jh. einen Militärstützpunkt, um den Zugang zur Stadt und den Handel über das Meer militärisch zu kontrollieren. Daraus entwickelte sich ein bedeutender Hafen, über den schon im 3.Jh.v.u.Z. ein Großteil der Transporte in und aus der Stadt liefen. Auch die im 3.Jh. aufgebaute Kriegsmarine Roms hatte hier ihren Stützpunkt. Allerdings verlandete der Hafen zusehends, sodass schon im 1.Jh.u.Z. ein neuer künstlicher Hafen vier Kilometer nördlich gegraben und gebaut wurde. Im 2.Jh. hatte Ostia seine größte Zeit als Hafenstadt für die Metropole Rom. 50.000 Menschen lebten hier damals. Im 3.Jh. wurde der neue Hafen Portus Romae wichtiger. Ostia schrumpfte, viele Lagergebäude und Bauwerke wurden aufgegeben. Schließlich betraf das auch Ostia selbst, begleitend zum Niedergang Roms, um 300 eine Millionenstadt, in der nach den Angriffen und Plünderungen durch die Germanen Anfang des 6.Jh. nur mehr 100.000 Menschen lebten und dann aufgrund der großen Kriege zwischen dem Ostgotenreich und den byzantinischen Heeren um 540 gar nur mehr 15.000 Menschen. Da brauchte man nicht mehr mehrere große Häfen zur Versorgung wie bei einer Millionenstadt. Dazu wurde die Gegend durch die Verlandung der Tibermündung eine Sumpflandschaft, in der die Malaria gedieh und zu häufigen Epidemien führte. Die letzten Einwohnerinnen und Einwohner verließen den ungesunden Wohnort im 9.Jh. Die Ruinen der Stadt dienten jahrhundertelang als Steinbruch oder wurden zerschlagen und zu Kalk gebrannt.
Sonntag, 5. Januar 2025
Adria
5.1.2025
In der Stadt Adria im italienischen Veneto habe ich ein Fußballspiel besucht. 19.000 Menschen leben hier.
Adria liegt nicht an der Adria. Die Namensgebung des Adriatischen Meers nach der Stadt Adria ist naheliegend, aber nicht gesichert. Eine gute andere Möglichkeit wäre nämlich auch die abruzzische Stadt Atri (in der Antike Hadria oder Hatria bzw. Adria oder Atria).
In der Antike lag die Stadt an einem vom Meer aus mit Schiffen erreichbaren Flusshafen im Bereich der Mündung des Flusslaufs des Po und war mit Kanälen als Schifffahrtswegen in der Lagune mit anderen Orten verbunden. Man lebte von diesem Hafen. Seit dem Ende des 6.Jh.v.u.Z. war hier eine etruskische Stadt. Im 4.Jh. wurde hier von Syrakus eine griechische Kolonie (Αδρὶα) gegründet, zur Sicherung der Seeherrschaft über das Adriatische Meer. Später lebte hier v.a. keltische Bevölkerung und im 2.Jh. oder 1. Jh.v.u.Z. wurde die Stadt römisch. Der Niedergang der Hafenstadt kam im 1./2.Jh.u.Z., als der Hafen durch die fortschreitende Versandung des Po-Deltas durch vom Fluss mitgeführtes Material verlandete und sich die Küstenlinie verschob. Eine verheerende Überschwemmung im Jahr 589 bedeutete wohl das endgültige Aus als Hafenstadt. Heute liegt Adria über 15 Kilometer vom Meer entfernt.
Museo archeologico nazionale di Adria. Das Museumsgebäude wurde 1961 eröffnet. Die Institution besteht seit dem Ankauf privater Sammlungen durch die Stadtgemeinde 1903. Am ersten Sonntag eines Monats bieten sich Museumsbesuche in Italien gut an, da an diesen Tagen freier Eintritt ist.
Blicke in die Ausstellung
Tongefäß für Flüssigkeiten, das nach apulischer Art auf der eine Seite mit einem Reiter hoch zu Ross geschmückt ist und auf der anderen Seite am Ausguss ein erigiertes männliches Glied darstellt.
Amphoren, das Massenprodukt der Antike zur Lagerung und Transport von Flüssigkeiten und Schüttgut aller Art
Die Tomba della Biga, ein in einer Nekropole entdecktes Grab mit einem zweirädrigen Wagen, von dem nur mehr die metallbeschlagenen Räder erhalten sind, und drei Pferdeleichen aus dem 3.Jh.v.u.Z. Die Bestattungsart ist keltisch, sodass hier wohl ein Kelte begraben wurde.
Die Herkunftsorte von im antiken Adria verbautem Marmor aus dem Mittelmeerraum zeigen auf, wie verzweigt antike Handelswege waren.
Lapidarium mit antiken Grabsteinen
Sonntag, 21. April 2024
Liternum
21.4.2024
In der italienischen Stadt Giugliano in Campania habe ich ein Fußballspiel besucht.
Liternum war in der Antike eine Stadt am heute Lago di Patria genannten See, der damals lateinisch Literna Palus hieß. Es ist dies ein Küstensee nahe dem Meer mit geringer Tiefe und Salzwasser. Im Jahr 194 v.u.Z. wurde hier eine römische Kolonie gegründet, in der wahrscheinlich Veteranen des Zweiten Punischen Kriegs (218 bis 202 v.u.Z.) zwischen Rom und Karthago angesiedelt wurden.
1930 bis 1936 wurde die Ruinen in archäologischen Ausgrabungen freigelegt.
Der römische Befehlshaber des erwähnten Kriegs, Publius Cornelius Scipio, genannt Scipio Africanus, wohnte hier ab 187, nachdem er Rom nach Intrigen verlassen hatte, und starb hier 183.
Der Salzwassersee.
Donnerstag, 18. Januar 2024
Maximianupolis
18.1.2024
Im Umfeld von Antalya habe ich ein Fußballspiel besucht und davor wieder einmal antike Ruinen besichtigt.
Die Ruinen der antiken Stadt Maximianupolis (altgriechisch Μαξιμιανούπολις) stehen etwa 33km Luftlinie nördlich des modernen Stadtzentrums. Viel weiß man über die Geschichte der Stadt nicht. Nicht einmal der Name ist so richtig gesichert.
Reste eine byzantinischen Kaserne, die wohl ein starkes Truppenkontingent beherbergte, sind zu sehen.
Eine wichtige Handelsstraße führte einst seit der Antike vom Hochland der Berge (Pisidien, altgriechisch Πισιδία, lateinisch Pisidia) hierher und dann weiter an die Küste Pamphyliens (altgriechisch Παμφυλία, lateinisch Pamphylia). Die Straße wurde in römischer Zeit befestigt und auch in byzantinischer, seldschukischer und osmanischer Zeit genutzt und instand gehalten. Die Straße war wahrscheinlich Ausgangspunkt der Stadtentwicklung, da hier wohl vor dem Weg in die Berge Waren gesammelt sowie Transportzüge und Karawanen zusammengestellt wurden, welche gemeinsam und damit mit erhöhter Sicherheit den Weg in Angriff nahmen. In der unteren Stadt ist der Verlauf der Straße nur zu erahnen.
Straßenszenen. Ausgegraben wurde hier nicht, sondern zu sehen ist was aus dem Gestrüpp herausragt.
In der oberen Stadt ist die Pflasterung der antiken Straße gut zu sehen.
Straßenszenen.
Die Highlights der Region wie Aspendos und Perge habe ich zwar schon vor Jahren gesehen, es gab rund um Antalya aber auch weitere Orten mit antiker Vergangenheit zu entdecken wie Termessos, Lyrboton Kome, Lyrbe, Sagalassos, Sillyon oder Phaselis.
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