Mittwoch, 22. Juli 2026
Olot
22.7.2026
In Olot im spanischen Katalonien habe ich ein Fußballspiel besucht. 39.500 Menschen leben hier.
Olot liegt im östlichen Pyrenäenvorland und gehört zur katalanischen Provinz Girona. Sie wurde im 15.Jh. neben den Ruinen der alten Siedlung neu gebaut, nachdem sie zwei Erdbeben in den Jahren 1427 und 1428 zerstört hatten und die Bevölkerung zeitweise in provisorischen Holzhütten hatte leben müssen. Für den Neubau plante man ein rechtwinkeliges Straßenmuster um einen zentralen Hauptplatz und baute die die Vila Nova (Neue Stadt) im Stil der Renaissance. Die Vila Vella (Alte Stadt) blieb noch bis Ende des 15.Jh. in Ruinen, bis auch dort neu gebaut wurde und sich damit das Stadtgebiet verdoppelte. Einige Jahrzehnte später war die Stadt Schauplatz im Krieg Primera Guerra dels Remences, in dem sich die als leibeigene rechtlose Landbevölkerung gegen die Unterdrückung durch die adeligen Grundherren in einem bewaffneten Aufstand erhob (mit Unterstützung des Königs von Aragon, der sich so dem mächtigen Adel loszuwerden erhoffte) und ab 1462 in Olot einen Stützpunkt hatte. 1463 und 1464 griffen Heere des Adels zweimal Olot an, eroberten die Stadt, töteten und vergewaltigten, plünderten die Häuser aus und brannten Teile der Stadt nieder.
Donnerstag, 16. Juli 2026
Altheim
16.7.2026
In Altheim im oberösterreichischen Innviertel habe ich ein Fußballspiel besucht. 5.000 Menschen leben in der aus 15 Ortschaften bestehenden Stadtgemeinde Altheim.
Die Ortschaft Altheim wurde im Jahr 903 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Mit der Abtretung von Innbaiern an die Habsburgermonarchie nach dem Bayerischen Erfolgekrieg 1778/79 kam auch Altheim mitsamt der später Innviertel genannten Gegend an Österreich.
katholische Marktkirche aus dem Jahr 1634
Braugasthof Wurmhöringer. Die seit den 1630ern hier befindliche Brauerei wird seit 1855 von der Familie Wurmhöringer betrieben.
Altes Raschhofer-Brauhaus. Seit 1645 wurde hier Bier gebraut. Seit 1777 ist die Brauerei in Familienbesitz, zunächst unter dem Namen Hueber bzw. Huber und seit 1869 als Raschhofer. Heute steht die Brauerei ein Stück außerhalb.
Brauerei Raschhofer
Freitag, 3. Juli 2026
Weiden am See
3.7.2026
Im burgenländischen Weiden am See habe ich ein Fußballspiel besucht.
Bahnhof an der Neusiedler Seebahn.
Schilf am Neusiedler See
Neusiedler See
Straßenszenen
Kirche mit prominent platzierten Statuen des ungarischen Nationalheiligen König Stephan und seines von der katholischen Kirche ebenfalls zum Heiligen erklärten Sohnes Emmerich (Imre). Bis 1921 war hier Ungarn.
Straßenszenen. Das Gemeindewappen beinhaltet die lateinische Bezeichnung Lacus Fertö, vom ungarischen Namen Fertő tó des Neusiedler Sees.
Sonntag, 28. Juni 2026
Čierny Balog
28.6.2026
Im slowakischen Čierny Balog habe ich ein Fußballspiel besucht. 4.900 Menschen leben hier.
Die Gemeinde Čierny Balog, deutsch Schwarzwasser, wurde 1887 durch Zusammenschluss der 13 Dörfer Balog, Dobroč, Dolina, Fajtov, Jánošovka, Jergov, Komov, Krám, Látky, Medveďov, Pusté, Vydrovo und Závodie mit dem ungarischen Ortsnamen Feketebalog (was ebenso übersetzt Schwarzwasser heißt) gebildet. Seit dem 16.Jh. haben die Menschen hier in den Wäldern Holz für die Bergwerke der Region geschlägert.
Die „Schwarzgranbahn“ Čiernohronská železnica (ČHŽ) wurde ab 1908 als Waldbahn mit dem im ungarischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie für öffentlichen Sprachgebrauch verpflichtenden ungarischen Bezeichnung Fekete Garam Vasút (FGV) errichtet und verkehrte zwischen den Wäldern und Sägewerken der Region, um Holz zu transportierten. Der heute befahrene Abschnitt wurde 1909 eröffnet. In den folgenden Jahrzehnten verlängerte man die Bahnstrecke immer wieder, zuletzt in den Jahren 1948 und 1949. Erst seit 1927 gab es auch Personenverkehr. Mit der Veränderung der Holzwirtschaft und Verlagerung des Transports auf LKW stellte man den Bahnbetrieb 1982 ein. 1993 begann der Verkehr als touristische Museumsbahn in der Sommersaison auf einem Teilstück wieder.
Das Dorf beteiligte sich im Sommer 1944 am Slowakischen Nationalaufstand (Slovenské národné povstanie). Von August bis Oktober 1944 erhoben sich slowakische Nazigegner und Partisanen in bewaffnetem Kampf in der Mittel- und Ostslowakei mit Zentrum um Banská Bystrica gegen die mit Hitlerdeutschland verbündete slowakische Vasallenstaat-Regierung und die faschistische Morde und Verbrechen. Sie hofften, das befreite Gebiet bis zum Eintreffen der sich von Osten vorkämpfenden sowjetischen Roten Armee zu halten. Deutsche Wehrmacht und SS schlugen den Aufstand mit militärischer Macht blutig nieder und mordeten zahlreich in der Bevölkerung. Es gab 20.000 Tote. In den wenigen Monaten zwischen Oktober 1944 bis zur Befreiung der Mittelslowakei durch die sowjetischen Truppen im März 1945 brannten die deutschen Soldaten danach 90 Dörfer nieder und ermordeten darin und anderswo weitere 5.000 Menschen. In Čierny Balog zog das sich faschistische Morden von Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern von Oktober bis November 1944. Als am Nachmittag des 28. Jänner 1945 ein Trupp von 700 deutschen Soldaten am Rückzug durchkam, wurde sie vom bewaffneten Widerstand der Partisanen und Dorfbevölkerung aufgehalten und mit Tötung von rund 200 Soldaten erfolgreich bekämpft bis in den Nachtstunden des 29. Jänner 1945 die ersten sowjetischen Einheiten eintrafen und Partisanen und sowjetische Soldaten gemeinsam die restlichen Dörfer befreiten.
Roma waren sie neben Jüdinnen und Juden Hauptziel der Morde der deutschen Soldaten und SS-Männer, für welche der Aufstand zwar nicht den Grund aber die Gelegenheit für solches Ausleben des Rassismus der Nazi-Ideologie bot. Am 14. November 1944 verübten sie hier ein Massaker an einer Gruppe Roma, die sie in ihrer Siedlung lebendig verbrannten. Ein Denkmal erinnert an die Ermordeten.
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