Donnerstag, 30. April 2026

Jesenice

30.4.2026

Im slowenischen Jesenice habe ich ein Fußballspiel besucht. 13.700 Menschen leben hier.

Jesenice wurde mit seinem deutschen Namen Assling im Jahr 1004 erstmals schriftlich erwähnt. Eisenerz wurde hier seit dem Mittelalter geschürft und zu Eisen verhüttet. Die älteste Sammlung von Schürfrechten stammt aus dem Jahr 1381. Am Höhepunkt in den 1970er Jahren arbeiteten hier über 8.000 Beschäftigte. Die letzten Reste der längst geschlossenen Werke wurden 2003 abgerissen. Zwei Schlote aus unterschiedlichen Epochen stehen als Denkmal noch.


Ehemalige Betriebseisenbahnzüge mit Lokomotiven der Elin aus Weiz


Arbeiterwohnhaus (Delavska kasarna) aus dem 18.Jh. Bis 1983 lebten hier Familien der Arbeiterinnen und Arbeiter der Eisenwerke. 1985 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, 2005 von der Stadt Jesenice restauriert und beherbergt heute Musikschule und Museum.


Hauptplatz mit Herrenhaus der Adelsherrschaft (Ruardova graščina) aus dem 16.Jh.


Kirche


Stara Sava


Der ehemalige Rauchfang des Stahlwerk dient heute als Werbeträger eines Einkaufszentrums
Straßenszenen. Nachdem Überfall der deutschen Wehrmacht der Nazis auf Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg produzierten die Eisenwerke für die Rüstungsindustrie der Nazi-Kriegswirtschaft. Widerstand erhob sich. In ihrem Terror dagegen töteten die deutschen Soldaten hier über 400 Einwohnerinnen und Einwohner.

Freitag, 24. April 2026

Hohenberg

24.4.2026

In Hohenberg im niederösterreichischen Traisental habe ich ein Fußballspiel besucht. Die Marktgemeinde Hohenberg besteht aus den Ortschaften Andersbach, Furthof, Homat, Hohenberg und Innerfahrafeld, in denen zusammen 1.400 Menschen leben. Über die Hälfte davon im Hauptort Hohenberg.

Die Ruine Hohenberg. Eine Burg ließ sich ein adeliger Herrscher hier im 13.Jh. auf Kosten seiner Untertanen bauen. Aufgrund ihrer kriegerischer Aktivitäten und Parteinahmen gegen die Habsburger oder für die protestantische statt der katholischen Religion wurde die Burg mehrmals von kaiserlichen Heeren belagert und 1619 auch in Brand geschossen und erobert. Im 17.Jh. verfiel die Anlage zur Ruine.


Straßenszenen


In der bis ins 18.Jh. landwirtschaftlich geprägten Gegend kaufte der Eisenwaren-Fabrikant Jakob Fischer ein Hammerwerk in Furthof und ließ hier in Säbelklingen und Feilen herstellen. Die Fabrik wuchs und der Betrieb florierte. Mit dem Bau der Eisenbahn 1893 erreichte die Produktion einen Höhepunkt. Im Jahr 1907 waren mehr als 600 Personen im Betrieb beschäftigt. Als 1982 die Feilenproduktion eingestellt wurde, hatte auch ein Umstieg auf Kunststoffe keinen Erfolg und der Betrieb wurde 1986 geschlossen. 1979 wurde die St. Egydyer Eisen- und Stahlindustriegesellschaft mit der VOEST Alpine fusioniert, welche 1982 die Feilenproduktion in Furthof schloss.


Von den historischen Werksanlagen ist jedoch nur noch das ehemalige Hammerherrenhaus in Furthof zu sehen.

Sonntag, 19. April 2026

Leibnitz

19.4.2026

In der steirischen Stadt Leibnitz habe ich ein Fußballspiel besucht. 14.000 Menschen leben in der acht Ortschaften umfassenden Stadtgemeinde, davon 9.600 im Hauptort Leibnitz selbst.

Hauptplatz mit Rathaus. Das Gebiet um Leibnitz befand sich ab 860 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg. Das älteste schriftliche Erwähnung ist aus dem Jahr 970 als „civitas Lipnizza“. Der Name geht auf die altslawische Bezeichnung Lipъnica (Lindensiedlung) zurück.


katholische Stadtpfarrkirche


Straßenszenen


Kapuzinerkloster Leibnitz aus dem 16.Jh.


Schloss Seggau liegt im Ort Seggauberg oberhalb von Leibnitz. Zur militärischen Verteidigung des Herrschaftsgebiets der Salzburger Erzbischöfe, welche die Region seit dem Jahr 860 besaßen, wurde im 12.Jh. eine Burg errichtet. 1218 gründete der Salzburger Erzbischof Eberhard II. innerhalb der Salzburger Kirchenprovinz das Bistum Seckau, das bis 1786 in Seckau seine Residenz hatte und seit 1786 als Graz-Seckau in Graz. Im Lauf der Zeit entstanden hier am Berg drei unabhängige Burgen und Schlösser nebeneinander. Einerseits die den Salzburger Erzbischöfen gehörende Burg Leibnitz, zweitens eine Burg, welche sich die Bischöfe von Seckau etwas unterhalb bauen ließen, und drittens noch das Schloss Polheim der Burggrafen Polheim. Im 16.Jh. wurden die Trennmauern abgerissen und alle drei Burgen zu einer Anlage verbunden. Die Seckauer Bischöfe ließen sich nach dem Umzug nach Graz 1786 Leibnitz hier ein luxuriöses Schloss errichten, in dem sie die Sommer verbrachten. Im 20.Jh. war das Schloss in der Nachkriegszeit nur mehr als landwirtschaftlicher Gutsbetrieb geührt und beherbergt heute ein Schlosshotel.


Die Tennisanlage des SV Leibnitz in der Leibnitzer Au gibt es seit 1920. Bekannt ist der in Leibnitz geborene Tennisspieler Thomas Muster, der hier im Verein begann und eine Weltkarriere im Tennis machte.

Sonntag, 12. April 2026

Erlauf

12.4.2026

In Erlauf im niederösterreichischen Mostviertel habe ich ein Fußballspiel besucht. 1.100 Menschen leben in der aus acht Ortschaften bestehenden Marktgemeinde, zu fast 90% im Hauptort Erlauf selbst.

Erlauf liegt an der alten Poststraße von Wien nach Linz, jahrhundertelang die bedeutendste Ost-West-Hauptstraßenverbindung. Daher gab es früher eine Poststation zum Wechseln der Pferde und Verpflegungsmöglichkeit. Heute führt die hier in zwei Teilstücken 1959 und 1961 fertiggestellte Westautobahn am Ort vorbei.


Friedensdenkmäler und Friedensmuseum in Erinnerung an den 8. Mai 1945. An jenem Tag trafen hier die von Westen kommende US-Armee und die von Osten kommende sowjetische Armee am letzten Tag des Zweiten Weltkriegs aufeinander. Der sowjetische General Dmitri Dritschkin und der US-amerikanische General Stanley Reinhart feierten gemeinsam und legten im Haus des abgesetzten Nazi-Bürgermeisters den Fluss Enns als Demarkationslinie zwischen den USA und der Sowjetunion fest. 1995 hat man hier zwei Friedensdenkmäler von Jenny Holzer in abstraktem Stil und von Oleg Komov in klassischem Realismus errichtet. Das am 9. Mai 2015 eröffnete Friedensmuseum „Erlauf erinnert“ zeigt ausgehend von dem historischen Ereignis 1945 die Vorgänge in Ort und Region in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und seiner Erinnerungskultur der Zweiten Republik.


Bahnhaltestelle