Sammelsurium
Dienstag, 8. September 2026
KZ-Gedenkstätten Loiblpass
4.9.2026
Der Weg über den Loiblpass/Ljubelj hatte im Zweiten Weltkrieg für die Kriegsführung der deutschen Wehrmacht gegen die Länder am Balkan Bedeutung, weswegen hier ab 1941/42 an einem Tunnel gearbeitet wurde und nachdem die Baufirma Universale das 1943 übernommen hatte, stellte ihnen die SS gegen Gebühr KZ-Häftlinge als Außenstelle des KZ Mauthausen zur Verfügung. Das hatte für die Firma den Vorteil, dass es keine Sicherheitsvorkehrungen brauchte und die täglichen Arbeitsunfälle der Häftlinge, die als Nazi-Gegner meist politische Gefangene und Kriegsgefangene verschiedener Staaten (hauptsächlich aus Frankreich, aber auch aus Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, aus Belgien, Luxemburg, Italien, Nordwegen und Jugoslawien) eingepreist waren. 40 Menschen wurden bei der Zwangsarbeit getötet oder von der SS ermordet. Erkrankte Häftlinge wurden zurück ins KZ Mauthausen geschickt, wo man sie dann ermordete. Häftlinge, die er zu krank für den Rücktransport nach Mauthausen zur Ermordung hielt, tötete der SS-Lagerarzt, der Kärntner Nazi Sigbert Ramsauer (in der Nachkriegszeit Chefarzt des Landeskrankenhauses Klagenfurt und bis in die 1980er Inhaber einer florierenden Arztpraxis im Stadtzentrum) gleich hier mit Benzininjektionen in ihre Herzen. In einem Fernsehinterview erklärte er das 1991 kurz vor seinem friedlichen Tod damit, dass er die Gefangenen für minderwertige Menschen gehalten habe. Nazi bis zuletzt. Insgesamt wurden etwa 1.800 Menschen als KZ-Häftlinge im Norden und im Süden des Loiblpass eingesperrt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Im April 1945 gab die SS wegen des Drucks der Kärntner Partisanentätigkeit des Nord-Lager auf und marschierte mit den Gefangenen als menschliche Schutzschilder nach Norden ab. Im Rosental griffen die Partisanen an und befreiten die Gefangenen der Nazis. Der bis zur Befreiung 1945 mit Blut und Tod der zum Bau gezwungenen Menschen fast fertiggestellte Tunnel wurde später 1967 als Straßenverbindung zwischen Österreich und Jugoslawien eröffnet. Auf slowenischer Seite errichtet man in der 1950er Jahren eine Gedenkstätte, mit einer einprägsamen Figur und französisch J'accuse (ich klage an). 1995 wurde auch auf österreichischer Seite am nördlichen Tunnelportal eine Gedenkstätte errichtet.
Nord (Österreich)
Süd (Slowenien)
Im Juni/Juli 1991 war der Loiblpass wie alle slowenischen Grenzübergänge Schauplatz des slowenischen Unabhängigkeitskriegs. Nach der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens von Jugoslawien besetzten slowenische Soldaten die Grenzübergänge, um die Souveränität des neuen Staats über seine Grenzen zu verdeutlichen, woraufhin sie von der jugoslawischen Armee zu Lande und von der Luft aus angegriffen wurden, die ihrerseits die Souveränität des Staats Jugoslawien zu erhalten versuchte. Zehn Tage dauerte der Krieg, mit dutzenden Toten auf beiden Seiten. Das Denkmal erinnert an die Verteidigung des Loiblpass durch slowenische Truppen 1991.
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