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Samstag, 23. Februar 2013

Django Unchained



Django Unchained
USA 2012
Regie: Quentin Tarantino
u.a. mit: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington, Samuel L. Jackson





Die Menschenverachtung der rassistischen Sklavenhaltergesellschaft der US-Südstaaten des 19.Jh. − und der heroische Kampf eines Einzelnen um seine Frau − ist das Thema des Films. Es ist ein in den USA produzierter Western nach Motiven des Italowesterns, ein Genre, aus dem sich Quentin Tarantino schon in seinen früheren Filmen gerne zitiert hatte. Die moralische Fragwürdigkeit des Justizsystems des Kopfgeldjagens wird offensichtlich, wenn ein des Mordes Verdächtiger vor den Augen seines Sohnes aus großer Entfernung erschossen wird. Dies ist natürlich nichts anderes als ein Mord, ein Justizmord.

Als Western funktioniert der natürlich im Tarantinostil plakativ gewalttätige Film hervorragend. Allein der kaum erträgliche zweimalige bluttriefende Showdown ist beeindruckend. Einige Genreelemente und Zitate oder etwa der Dialog der Djangos mit Franco Nero lassen den Kenner schmunzeln. Die Dramaturgie und Spannung ist wunderbar aufgebaut.

Tarantino-untypisch ist das Fehlen einer starken Frau im Film, auch eines der großen Mankos des historischen Italowestern.

Mittwoch, 30. September 2009

Inglorious Basterds



Inglourious Basterds
USA/Deutschland/Frankreich 2009
Regie: Quentin Tarantino
u.a. mit: Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz






Es ist Shosannas Film. Ihre Geschichte ist die interessante Erzählung, der fazinierende Handlungsstrang. Die im Titel genannte fiktive jüdisch-amerikanische Rächertruppe im deutsch besetzten Frankreich der 1940er Jahre ist dazu Beiwerk. Mit grauslichen Szenen des Skalpierens mit offenen Hirnansichten und in die Stirn der Nazis eindringendem Messer, das ihnen das Hakenkreuz als Kainsmal ins Gesicht schneidet. So abgestumpft bin ich leider nicht: Mir hat dabei irrsinnig gegraust. Das muß ich nicht sehen. Das will ich nicht sehen.

In das Gelächter des Kinopublikums über SSler und Gestapomänner habe ich leider auch nicht einstimmen können. Dazu weiß ich einfach zu viel über sie in der Realität als daß ich das einfach als fiktive, von realer Geschichte und realen Menschen unbelastete Situationskomik sehen könnte. Ich kann mir die realen Menschen und ihr Leiden zu sehr vorstellen als daß ich Bilder von SS-Männern, die jüdische Familien umbringen, und sogar von Nazisoldaten, die totgeprügelt werden, ähnlich konsumieren kann wie Hobbits, die mit Laserschwertern gegen Klingonen kämpfen. Tut mir leid. Auch wenn das den Film tragende Spiel mit der Sprache im Wechsel von Englisch, Französisch und Deutsch mich in der Kulmination der sich in Italienisch versuchenden amerikanischen Basterds, die vom idealtypisch kaltblütigen wie die Kultiviertheit vor sich her tragenden SS-Offizier aufgeplattelt werden, zum Lachen gebracht hat. Man darf über Hitler und Nazis lachen. Ich hab' oft nicht können.

Brad Pitt ist amüsant, allerdings nur in seiner Rolle als Brad Pitt. Christoph Waltz ist tatsächlich sehr gut, hätte ich nach den doch skeptisch stimmenden medialen Jubelorgien nicht erwartet. Daniel Brühl hab' ich nicht ausgehalten, was aber auch an dem wohl gewollten Kontrast zwischen seinem lieblichen Schwiegersohngesicht und seiner hochgradig unsympathischen Rolle liegen mag. Im Zentrum steht dennoch Mélanie Laurent als Shosanna. Die Tarantino-typische Frauenfigur, die in ihrer Biographie dargestellt wird und die Heldin des Films wird.

Ihre Geschichte hat mich am Film fasziniert. Nicht der Traum des Kinoverrückten Tarantino der Beendigung des Weltkriegs durch Ermordung der Naziführung in einem Kino, bei einer Filmpremiere, durch das Feuer von enzündeten Filmrollen. Nicht die kontrafaktische Vision der Heldengeschichte eines jüdischen Kommandotrupps auf Deutschenjagd im Zweiten Weltkrieg. Nicht die schlußendliche, ersehnte Demütigung des Naziverbrechers. Nicht die, ebenfalls tarantinotypischen, Anklänge an Italowestern.

Das war gut, hat mir gefallen. Eigentlich war mir das aber zu wenig gemessen an der Erwartungshaltung. Liegt aber auch an den hohen Ansprüchen. Wäre der Film von jemand anderen, wäre ich gnädiger. Tarantino hatte seine Zeit. Er steigert mit jedem Film den Aufwand, wird aber immer schlechter.

Mittwoch, 29. April 2009

Jackie Brown



Jackie Brown
USA 1997
Regie: Quentin Tarantino
u.a. mit: Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert Forster, Bridget Fonda, Michael Keaton, Robert De Niro






Ich hab' den Film wohl schon fünf bis zehn Mal gesehen, zuletzt allerdings auch sicher schon vor zwei Jahren. Ich mag ihn, v.a. aufgrund des Tempos, des langsamen Tempos, das ihn zu einem untypischen Tarantino-Film macht. Highlight ist aber auch das Spiel von Robert De Niro, zunächst sein Ausdruck der Langeweile und dann sein Ausbruch der Verzweiflung.

Allerdings scheint sich an dem Film oder bei mir etwas geändert zu haben: Was mir früher nie in dieser Intensität aufgefallen ist, aber diesmal geradezu quälend war, ist die ja elendslange Exposition, bis man die Situation kennt und die Figuren eingeführt sind. Warum ist mir diese Länge früher nie aufgefallen? Zunächst habe ich mir noch gedacht, die ersten eineinhalb Stunden kommen mir so mühsam vor, weil ich alles schon kenne. Aber nein, das wirklich lang.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Planet Terror



Planet Terror
(Grindhouse: Planet Terror)
USA 2007
Regie: Robert Rodriguez
u.a. mit Rose McGowan, Freddy Rodríguez, Marey Shelton





Es ist immer interessant, von anderswoher wohlbekannte SchauspielerInnen in einer anderen Rolle zu sehen. So diesmal Freddy Rodríguez, das als "Rico" aus Six Feet Under bekannte Gesicht. Bei Projekten, bei denen Tarantino im Spiel ist, ist man das ja gewohnt - unvergeßlich, als Cheech Marin, den ich vorher nur aus der schlechten Golden Girls-Fortsetzung Golden Palace gekannt hab', damals in From Dusk Till Dawn aufgetaucht ist. Jetzt gehört er wie so viele andere zur Tarantino/Rodriguez-Standardbesetzung, die immer irgendwo auftaucht. Ihr Ensemble an SchauspielerInnen ist eine ihrer großen Stärken.

Der Film Planet Terror an sich ist jetzt nett, irgendwie war's aber doch ein bisserl ein Aufguß von From Dusk Till Dawn - wenn auch optisch gesteigert. Aufguß ist vielleicht ein hartes Wort: Es ist ein Horror/Splatter-Genrefilm, wofür ich wahrscheinlich schon zu alt bin. Braindead hat mir ja schließlich damals sehr getaugt. Marley Shelton (rechts) hat mir gut gefallen, wenn auch sie schon sehr an Uma Thurman erinnert hat. Rose McGowan hab' ich jetzt nicht so gut gefunden.

Rodriguez' Planet Terror ist unterhaltsam, aber nicht mehr. Bei der ersten Episode von Quentin Tarantinos Death Proof, dem ersten Teil des Grindhouse-Projekts der beiden, hab' ich mich ja irrsinnig fadisiert, erst die zweite Halbzeit ist dann spannend geworden. Die Momente, wo man sich gefragt hat, was denn "play ship's mast" nur heißen kann bis zur Auflösung und dann die wirklich spannende Verfolgungsjagd (sowas muß man können, ich find' solche nämlich allermeistens fad) waren dafür schon gut. Und auch die amüsanten Charaktere des zweiten Teils von Death Proof (Zoë Bell!!!). In Planet Terror hat's nur wenig Humor gegeben. Sager wie die Dialoge "Would you stop crying over fucking spilt milk?" - "I have no leg!" oder "She's got one leg!" - "Easier access." waren nicht schlecht, aber eher bemühte Schmähs. So wie der Karrierewunsch "Stand-up Comedian" eher surreal war. Die Idee mit dem falschen Trailer vorm Film war aber nicht schlecht, muß man sagen. Alles in allem muss man zu Planet Terror sagen: ein guter Film ist halt was anderes - wenn's wenigstens grauslich gewesen wär', hätt' man die fehlende Spannung vielleicht noch verschmerzt. Und Death Proof ist eben auch nur halb gut.

Nach den schlechten Kritiken des Grindhouse-Projekts wollt' ich ihm ja echt eine Chance geben, weil ich ja auch Kill Bill von Tarantino schlußendlich gemocht hab' und Rodriguez' Trilogie El Mariachi - Desperado - Once upon a time in Mexico mag. Und ihr gemeinsames From Dusk Till Dawn war ein wichtiger Film meiner Jugend. Von Tarantinos Pulp Fiction und Jackie Brown gar nicht zu reden: keine Ahnung, wie oft ich die gesehen hab' - und sie taugen mir jedes Mal wieder. Dieses Comic-Ding Sin City hat mich dann schon aber nimmer interessiert. Trotzdem haben sie aber grundsätzlich einen Vertrauensvorschuß. Aber jetzt muß ich mich anschließen: das Projekt Grindhouse ist gescheitert.