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Montag, 29. Juni 2009

Die gefürchteten Vier


Die gefürchteten Vier
(The Professionals)
USA 1966
Regie: Richard Brooks
u.a. mit: Burt Lancaster, Lee Marvin, Jack Palance, Claudia Cardinale, Robert Ryan, Woody Strode





Selten war ein um eine Liebesgeschichte gestrickter Western so unterhaltsam. Dazu kommt, daß dieser Film auch ästhetisch dem sehr nahe kommt, wie für mich ein guter Western sein muß: Dreck und Schweiß, Wüste, Coolness, Spannung, plakative Dramatik, intelligente Geschichte. Etwas, was ich normalerweise nur im Italowestern finde, nicht im amerikanischen. Nur die dann doch an den klassischen US-Western angelehnte Musik war hier nicht mein Fall, sonst hat dieser Film viel Freude bereitet.

Die mexikanische Revolution als Hintergrund, vor dem Ethik und Politik thematisiert werden - Revolutionäre als Verbrecher? - und als Lehrstück zum Schluß die neugewonnene Moral über den Mammon siegt. Und das alles in einem Western. Das ist einfach schön.

Donnerstag, 14. August 2008

Die Rückkehr der glorreichen Sieben



Die Rückkehr der glorreichen Sieben
(Return of the Seven)
USA 1966
Regie: Burt Kennedy
u.a. mit Yul Brunner, Robert Fuller, Julián Mateos, Warren Oates





Eine klassische Fortsetzung. Das heißt: das Thema wird noch mal aufgegriffen, ein paar Einstellungen, der Held lassen Erinnerungen aufkommen, was man am ersten Film gemocht hat. Aber alles einfach nicht mehr so gut. Der Böse, der Banditenführer, wird hier etwas "vermenschlicht" bzw. eine Motivlage hinter der Bosheit ("verrückte" Trauer um die Söhne) offenbart - eine neue Idee, aber das rettet den Film ganz und gar nicht.

Mittwoch, 13. August 2008

Die glorreichen Sieben

Die glorreichen Sieben
(The Magnificent Seven)
USA 1960
Regie: John Sturges
u.a. mit Yul Brunner, Eli Wallach, Steve McQueen, Horst Buchholz, Charles Bronson, Robert Vaughn, James Coburn



Eine richtige Starparade trägt den Film, ein Klassiker des Westerns. In sehr vielen Belangen haben wir es hier mit einem Vorbild und ästhetischen Vorläufer des Italowesterns zu tun. Da ist einmal die Vorlage eines japanischen Samurai-Films von Akira Kurosawa (Die sieben Samurai) - das Remake eines anderen Kurosawa-Films (Yojimbo) von einem zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise unbekannten Regisseur in einem Land am anderen Ende der Welt war wenig später der Startschuß für das großartigste Filmgenre, den Italowestern - Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar.
Dann weiters das Setting eines von Banditen unterdrückten mexikanischen Dorfs, das von Helden befreit wird - Italowestern-Szenario pur. Und natürlich die Darsteller Eli Wallach, James Coburn und Charles Bronson, die später in den zum Niederknien schönen, adorierten Leone-Western gespielt haben. Auch Yul Brunner hat kleinere Italowestern gemacht.
John Sturges hat hier großes Starkino Marke Hollywood mit klassischem US-Western mit einem innovativen Zugang zum Westerngenre verbunden, der in seiner Wirkung epochemachend werden sollte.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Barquero



Barquero
USA 1970
Regie: Gordon Douglas
u.a. mit: Lee van Cleef, Warren Oates, Kerwin Mathews






Lee van Cleef zuzuschauen ist immer ein Vergnügen. In diesem Film mimt er den "Guten", der die Bevölkerung eines Dorfs gegen die Banditen schützt. Der Film orientiert sich am US-Western-Stil mit Integration von ein paar Italowestern-Stilelementen (die Gewaltorgie zu Beginn, das an Gian Maria Volontés El Indio in Sergio Leones Für ein paar Dollar mehr erinnernde Kiffen des Bösewichts) und bietet im Kampf um eine Fähre eine Art von Psycho- und Stellungskrieg zwischen Banditen und Helden. Ein überraschend guter Film.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Der gnadenlose Rächer


Der gnadenlose Rächer
(Young Billy Young)
USA 1969
Regie: Burt Kennedy
u.a. mit Robert Mitchum, Angie Dickinsion, Robert Walker Jr.





Ein mit ein paar Stilelementen des Italowesterns (zu dieser Zeit ja modern) angereicherter US-Western. Nach der dafür netten Anfangssequenz, die an einen italienischen Revolutionswestern erinnert, mitsamt Mexikanern, Helden mit Ponchos, Zug und Kamera-Totalen, entwickelt sich der Film dann immer stärker im Stil des klassischen US-Western. Robert Mitchum erinnert auch körperlich geradezu an John Wayne (und das Sheriffbüro an Rio Bravo). Das und die geringe Spannung macht daraus einen unterdurchschnittlichen Film.

Freitag, 30. November 2007

Zwischen Zwölf und Drei




Zwischen Zwölf und Drei
(From Noon Till Three)
USA 1975
Regie: Frank D. Gilroy
u.a. mit Charles Bronson, Jill Ireland






Ein wunderschönes Westernmärchen, das am Schluß ja fast an Einer flog über das Kuckucksnest gemahnt - nicht nur wegen der Schlußsequenz, sondern aufgrund der lieblich verpackten, aber gar nicht geringen Wucht der Kommerzialisierungskritik. Ästhetisch ist der Film ganz eindeutig Kind der 70er Jahre, als ein US-Western, der in vielen Punkten stark von der Ästhetik der Italowestern der sechziger Jahre beeinflußt ist, aber dennoch auch klar die Wurzeln in der US-Western-Sprache zeigt (vgl. Sam Peckinpah). Bronson und Ireland spielen großartige Parts. Ich hatte tatsächlich einen amüsanten Film erwartet, was er auch war, als Westernparodie funktioniert er total. Im Nachgeschmack bleibt dann aber sogar noch stärker die unerwartete kritische Botschaft.