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Donnerstag, 20. Mai 2010

Die fünf Gefürchteten



Die fünf Gefürchteten
(Un esercito di 5 uomini)
Italien 1969
Regie: Don Taylor, Italo Zingarelli
u.a. mit: Peter Graves, Bud Spencer, Nino Castelnuovo





Ein hervorragendes Beispiel, wie mit "herkömmlichen" Zutaten ein unterhaltsamer, spannender Western erzeugt werden kann. Fünf Halodris jagen im revolutionären Mexiko des frühen 20.Jhs. der Armee Gold ab und geben es, teilweise unfreiwillig, den Revolutionären. So weit, so well-known. Doch die Handlung ist gescheit gestrickt, stets fesseld und rasant (sie spielt zu einem guten Teil auf einem fahrenden Zug), die Aktionen brutal, die Landschaft wunderschön photographiert. Dazu souveräne Schauspieler. Mit Bud Spencer in einer "harten" Rolle, die zeigt, was für ein guter Italowesterndarsteller er war, bevor er ins Klamaukfach abdriftete.

Montag, 4. Januar 2010

Die Trampler



Die Trampler / Die um Gnade winseln
(Gli uomini del passo pesante)
Italien/Frankreich 1965
Regie: Alfredo Antonini, Mario Sequi
u.a. mit: Gordon Scott, Joseph Cotten, Muriel Franklin, James Mitchum, Ilaria Occhini, Franco Nero






Ein großartig erzähltes Familienmelodram im Westerngewand um eine alten Patriarchen, der sich mit den neuen Zeiten (Südstaat Texas nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg) nicht anfreunden kann und darum Söhne und Töchter verliert. Wäre da nicht die harte Brutalität des Italowesterns, man könnte aufgrund der epischen Breite (müssen Südstaatendramen anscheinend haben), der Vielfalt und Tiefe der Charaktere, des politischen Settings und der Moral fast von einer griechischen Tragödie sprechen. Ein unerwartetes, herausragendes Kleinod in der Fülle dieses Genres! Das sind die Filme, für die ich mir dutzende durchschnittliche Italowestern ansehe, um solche wahren Prachtstücke zu entdecken.
Mit Franco Nero in einer Nebenrolle dieses sehr frühen Italowesterns und einem glänzenden Joseph Cotten als Patriarch Cordeen.

Mittwoch, 18. November 2009

Heute ich ... morgen du


Heute ich ... morgen du
(Oggi a me ... domani a te)
Italien 1967
Regie: Tonino Cervi
u.a. mit: Brett Halsey (Montgomery Ford), Bud Spencer, William Berger, Tatsuya Nakadai





Ein Film, der mich etwas unschlüssig zurückläßt. Ziemlich hölzern erscheinen Italowesternstandards wie eine Rückblende und eine Folterszene. Trotz der "dunklen" Hauptfigur (Brett Halsey als seine Frau rächender Bill Kiowa) ästhetisch am sauberen, hellen US-Western orientiert, wobei der an einen Dschungelfilm erinnernde Kampf der Bösen und Guten im Wald eine zwar interessante, aber nicht überzeugende Idee darstellte. Uninspiriert sind die schauspielerischen Leistungen - mit Ausnahme des outrierenden Bösewichts (Kurosawa-Schauspieler Tatsuya Nakadai), der als manische Grimasse wenn auch schlecht, so doch zumindest eigen interpretiert wird, bleibt Brett Halseys Spiel in Erinnerung, der den ganzen Film mit derselben ausdruckslosen Miene bestreitet.

Ulrich Bruckners Einschätzung als "kleines Meisterwerk" kann ich nicht folgen. Ja, die Kopie von Mustern der Glorreichen Sieben oder Sergio Leones Rückblende ist unverkennbar. "In einem Interview verkündete Cervi einst, dass er einen Film im typischen Samurai-Stil machen wollte, was ihm schließlich ziemlich gut gelungen ist." schreibt Bruckner. Das mag mit einem anderen Raster betrachtet stimmen, als Western hat der Film mich entäuscht.

Literatur:
Ulrich P. Bruckner, Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute. Stark erweit.u.aktual.Neuausg., Berlin 2006, S.227-229

Dienstag, 3. November 2009

Die letzte Rechnung zahlst du selbst



Die letzte Rechnung zahlst du selbst
(Al di là della legge)
Italien/BRD 1967
Regie: Giorgio C. Stegani
u.a. mit: Lee Van Cleef, Antonio Sabàto, Lionel Stander, Graziella Granata, Bud Spencer, Herbert Fux






Trotz einiger gelungener Szenen und manch gut Kopiertem ist ein guter Film dann doch mehr als die Summe solch einzelner Teile. So bleibt das Lehrstück um die Versuchung des ehrlichen Lebens für den bisher mit beiden Beinen im Kriminal stehenden, sehr räudig spielenden Lee Van Cleef zu einfach gestrickt. Zu dunkel sind die Bösewichter (deren Chef sogar mit langem schwarzen Mantel), zu blond die Guten. Da bleibt für die Dazwischenstehenden, die Essenz des Italowesterns, zu wenig Platz. So entsteht ein Hybrid mit Elementen aus Italo- (Setting und Härte) US-Western (die Moral) mit einer getragenen hollwoodesken Orchestermusik als Soundtrack. Nicht so meins.

Montag, 15. Juni 2009

Adiós Sabata


Adiós Sabata
(Indio Black, sai che ti dico: sei un gran figlio di...)
Italien 1970
Regie: Frank Kramer (Gianfranco Parolini)
u.a. mit: Yul Brunner, Dean Reed, Pedro Sanchez (Ignacio Spalla), Gérard Herter





Im revolutionären Mexiko ist ein Goldschatz zwischen verbrecherisch-brutalem und korrupten Militär und von Revolverhelden unterstützten Revolutionären umkämpft. Soweit das klassische Setting. Es spielt diesmal aber nicht in der Revolution von 1910, sondern in den 1860er Jahren, rund um den Widerstand gegen das Regime des habsburgischen "Kaisers" Maximilian. So sind die gegnerischen Soldaten hier auch Österreicher, was historisch falsch ist - Maximilian wurde von französischen Truppen gestützt. Ich vermute mal, daß dies keine historische Ungenauigkeit war, sondern auf das in der Entstehungszeit des Films noch dankbare Habsburger/Österreich-Feindbild in Italien spekulierte. Brutale militärische Repression österreichischer Soldaten ist ja Teil des italienischen Risorgimento-Gedächtnisses, v.a. anläßlich der habsburgischen Herrschaft in der Lombardei und Venetien rund um die Revolution von 1848 bis in die 1850er/60er Jahre, die ja mühelos als Militärdiktatur zu bezeichnen ist. Die Jahre der "guten, alten Zeit" des so verklärten Kaisers Franz Joseph, als dessen Herrschaft knöcheltief im Blut watete. Aber das ist eine andere Geschichte.

Am auffälligsten ist an diesem Film sonst Yul Brunner als Indio bzw. Sabata, der hier fast genau seinen Glorreiche-Sieben-Part gibt. Beeindruckend ist aber v.a. die irrsinnig stimmungsvolle Musik von Bruno Nicolai. So muß Italowestern-Musik klingen. Ein netter, aber kein großer Western. Dafür fehlt mir eine Spur mehr Spannung, revolutionäre Leidenschaft im Revolutionswestern und, ich muß es sagen, auch Coolness des Helden.

Freitag, 24. April 2009

Django - nur der Colt war sein Freund


Django - nur der Colt war sein Freund
(Django spara per primo)
Italien 1966
Regie: Alberto De Martino
u.a. mit: Glenn Saxson, Fernando Sancho, Evelyn Stewart (Ida Galli), Nando Gazzolo





Django rächt seinen ermordeten Vater und kämpft um sein Erbe, 50% von Bank, Saloon etc., die sich der Bösewicht gegriffen hat.
Eine Western mit sehr unterhaltender Handlung der besten Kategorie: Spannung, großartiges überraschendes Ende, wunderbar.
Nur die deutsche Synchronisation hat ein paar zeittypisch schlimme Ausflüge in unwitzigen Pseudo-Humor. Kann das Filmerlebnis aber nicht schmälern. Das hat Spaß gemacht!

Montag, 6. April 2009

Gott vergibt - Django nie!


Gott vergibt - Django nie! / Gott vergibt - wir beide nie!
(Dio perdona ... io no!)
Italien/Spanien 1967
Regie: Giuseppe Colizzi
u.a. mit: Terence Hill, Bud Spencer, Frank Wolff




Ein schöner, unterhaltsamer Film, in dem Terence Hill und Bud Spencer erstmals gemeinsam auftreten. Auch wenn es hier bereits einige ihrer späteren Stilelemente gibt (Prügelszenen, Humor), hat das ganze aber gar nichts mit ihren späteren Klamaukwestern zu tun hat. Hier handelt es sich um einen spannenden, brutalen Western. Kein Meisterwerk, aber ein guter Film um Hill auf persönlichem Rachefeldzug, unterstützt von Spencer auf der Suche nach einem geraubten Goldschatz und dazu der wunderbare Frank Wolff als Bösewicht.

Nach dem großem Erfolg ihrer Klamaukfilme (de gustibus non est disputandum) wurde dieser Film auf "witzig" umsynchronisiert / -geschnitten, hier heißt diese Version des Films dann vertrottelt Zwei vom Affen gebissen. Das gleiche Schicksal erlitten auch andere Italowestern, in denen auch nur einer der beiden mitgespielt hatte. Ein Verbrechen und noch dazu meist grottenschlecht.
So auch hier unbedingt die richtige, originale Version genießen, wenn man einen guten Western sehen will.

Montag, 9. März 2009

Der weiße Apache - Die Rache des Halbbluts


Der weiße Apache - Die Rache des Halbbluts
(Bianco apache)
Italien/Spanien 1986
Regie: Bruno Mattei
u.a. mit: Sebastian Harrison, Lola Forner




Ein Einstieg mit einer ziemlich brutalen Anfangsszene, in der gleich mal Kehlen aufgeschnitten und kleine Kinder erschossen werden. Im an Brutalitäten nicht armen Film entwickelt sich aber v.a. eine spannende Handlung um einen als "Indianer" aufwachsenden Sohn ermordeter weißer Eltern, der als Erwachsener die "Welt der Weißen" Welt kennenlernt, um angewidert und zur Rettung derselben in die Welt seiner Jugend zurückzukehren. Auf einem starken antirassistischen Impetus basierend gibt es hier einen sehr schönen Spätwestern, der auf die hier üblichen ausufernden Schnörkeleien verzichtet. Tragend ist zwar eine Liebesgeschichte, was mir sonst einen Western sehr vermiest, hier ist das aber sehr gut eingebaut und stört den Genuß keineswegs - auch das nicht vorhandene Happy End ist hier als Positivum herauszustreichen.

Der erste italienische Spätwestern, der mir wirklich gefallen hat.
Da sehe ich mit Nachsicht über einen muskelbepackten blonden Jüngling als Helden, der praktisch den ganzen Film über seinen nackten Oberkörper ins Bild hält, hinweg. Oder über die zugegeben große Erheiterung darüber, daß die Apachen Polo (!) spielen.

Mittwoch, 4. März 2009

Ein Einsamer kehrt zurück


Ein Einsamer kehrt zurück
(Il ritorno di Clint il solitario)
Italien/Spanien/BRD 1972
Regie: Alfonso Balcázar, George Martin
u.a. mit: George Martin, Klaus Kinski, Marina Malfatti






Wenig bis gar nicht stimmungsvolle Bilder in Fernsehspiel-Ästhetik. Eine fürchterliche deutsche Tonfassung. Viel Herzschmerz und herumlaufende lieb dreinschauende Kinder in grüner Landschaft. Erinnert an Rosamunde-Pilcher-Schmafu, es geht hier aber um einen Western.
Die Handlung um einen Zurückkehrenden, der die Familie beschützt, einen Kopfgeldjäger, eine die Stadt terrorisierende Bande - da wäre vom Gerüst her alles da gewesen, doch die Umsetzung ist katastrophal.

Lediglich die Musik von Ennio Morricone und ein wunderbar böse schauender Klaus Kinski lassen hie und da Stimmung aufkommen. Sonst ist das nix.
Die deutsche Synchronisation hat sich nicht einmal auf einen Namen für den Hauptdarsteller einigen können, in manchen Szenen wird er Joe genannt, in anderen John...

Montag, 23. Februar 2009

Django und Sartana - die tödlichen Zwei


Django und Sartana - die tödlichen Zwei
(Una lunga fila di croci)
Italien 1968
Regie: Sergio Garrone
u.a. mit: Anthony Steffen, William Berger, Mario Brega, Nicoletta Machiavelli





Ein ungewöhnlich aktuelles Thema startet die Handlung dieses Films: Ausbeutung von Arbeitsmigranten durch skrupellose Schlepper und Menschenhändler an der Wohlstandsgrenze Mexiko-USA. Daraus entwickelt sich, im Gewand des im 19. Jahrhundert spielenden Westerns, ein Szenario, in dem der Held die Verbrecher besiegt und die Frau befreit. Auch wenn die Spannung nicht ganz mit der thematischen Qualität der Exposition mithalten kann, entwickelt sich ein unterhaltsamer Italowestern des besseren Durchschnitts mit einem gut spielenden William Berger (der Held Anthony Steffen agiert ein bisserl holzschnittartig), einer schönen Nicoletta Machiavelli und sehr guter Musik.

Mit "Django" und "Sartana" haben die Hauptfiguren wenig zu tun, im Original heißen sie auch "Brandon" und "Murdock" wie Michael Lippitsch informiert.

Literatur:
Michael Lippitsch, Die 200 wichtigsten Italo-Western. Norderstedt 2006, S.92

Mittwoch, 18. Februar 2009

Andere beten, Django schießt


Andere beten, Django schießt
(Se vuoi vivere ... spara!)
Italien 1967
Regie: Sergio Garrone
u.a. mit: Sean Todd (Ivan Rassimov), Ken Wood





Kein besonders großer Italowestern, aber mit viel Rücksicht eine leidlich unterhaltsame Geschichte. Ein Held, der gegen eine Bande kämpft, die Farmer um ihr Land bringt, um es an die Eisenbahnbaugesellschaft zu verkaufen.
Ein paar gute Szenen, dabei am amüsantesten: der Schauraum eines Pferdehändlers, der an den Boxen jeweils die Namen der Erschossenen, denen das Pferd zuvor gehört hat, angebracht hat.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Die Rache des weißen Indianers



Die Rache des weißen Indianers
(Jonathan degli orsi)
Italien/Rußland 1993
Regie: Enzo G. Castellari (Enzo Girolami)
u.a. mit: Franco Nero, John Saxon, Floyd "Red Crow" Westerman






Offenbar ermutigt durch den Erfolg des fürchterlich schlechten Der mit dem Wolf tanzt wurde 1993 eine Art Wiederaufnahme des Spätwesterns Keoma gemacht.
Ein Waisenkind, das mit einem Bär Freundschaft schließt, bei Indianern aufwächst, die Ermordung der Eltern rächt, sich gegen die Zerstörung des Westens durch Weiße und über Leichen gehendes, kapitalistisches Profitstreben wehrt.
Alles sehr sphärisch. Und furchtbar langweilig. Die philosophischen Szenen seicht, die Kreuzigung des Helden durch die Ungustln etwas gestelzt und zu dick aufgetragen. Die Indianer feuern beim Überfall auf ihr Dorf teils Salven mit der Liniendisziplin preußischer Grenadiere, etwas überraschend. Wenn man Keoma mag, dann wohl auch diesen Film. Ist aber weder die Art Western noch die Art Film, die mich persönlich interessiert. Mich hat nicht einmal das Amusement angesichts einer in Rocker-Ledergewand gestylten Gruppe von 50er-Jahre-Halbstarken aus der Langeweile reißen können.

Franco Nero erzählte: "Der Film hat im Prinzip zwei Gesichter: Der erste Teil ist sehr ökologisch orientiert, der zweite ist der wahre Western mit dem Rache-Motiv. Irgendwann versteht Jonathan, daß der wahre Feind nicht der ist, den er bekämpft, sondern er ist in ihm. Er sagt: 'Du tötest und tötest, aber eine Lösung findest du darin nicht.' Und im Bär liegt zudem eine allegorisch Bedeutung. Die indianische Seele findet sich in ihm. Ich liebe diesen Film. Es ist ein Film, der schlußendlich zum Denken anregt und nicht nur das übliche 'Bumm-bumm' beinhaltet." *)

Gut gemeint ist manchmal das Gegenteil von gut. Ich bin der letzte, der was gegen Denken hat und für "Bumm-bumm" ist, aber weniger Ökologie, Allegorie und Kevin Costner und mehr Western hätte dem Film gut getan.

*) A Man on a Horse on Top of the Hill. Ein Gespräch mit Italowestern-Legende Franco Nero. in: Studienkreis Film (Hg.), Um sie weht der Hauch des Todes. Der Italowestern - die Geschichte eines Genres. 2., erweit.Aufl., Bochum 1999, S. 97-101, S.100

Mittwoch, 4. Februar 2009

Die Grausamen


Die Grausamen
(I Crudeli)
Italien/Spanien 1966
Regie: Sergio Corbucci
u.a. mit: Joseph Cotten, Norma Bengell, Julian Mateos





Ein großer, sehr spannender Western von Italowestern-Meister Sergio Corbucci um einen von einer Wiederaufnahme des Bürgerkrieges besessenen Ex-Südstaatenoffizier, der seinen eigenen Krieg führt und dabei quasi als "Vater Courage" seine Söhne verliert - bis auf den natürlich vorhandenen "Guten", der das Mädchen bekommt.
Sehr guter Film.

Einer der Söhne spielt einen frauenmordenden Psychopathen, der dabei Mission und Flucht gefährdet. Ulrich Bruckner vermutet, daß er als Role-Model für Quentin Tarantinos Rolle in Robert Rodriguez' From Dusk Till Dawn fungiert haben kann.

Literatur:
Ulrich P. Bruckner, Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute. Stark erweit.u.aktual.Neuausg., Berlin 2006, S.162-164

Montag, 26. Januar 2009

Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel


Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel
(Execution)
Italien 1968
Regie: Domenico Paolella
u.a. mit: John Richardson, Mimmo Palmara






Unerwartet beeindruckend schöne Bilder, tatsächlich sehr gut. Leider kann der Film aber trotz netter Ideen wie einer Folter mit Morgenstern und Blutegel angesichts einer verworrenen Geschichte über Gold und Freundschaft, die einen praktisch bis zum Schluß ratlos zurückläßt, inhaltlich gar nicht überzeugen.
Furchtbar dumm der deutsche Titel, der genau gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Darüber hinaus spielt John Richardson eine Doppelrolle, zwei Brüder (Bill und John Coler), wie Michael Lippitsch berichtet - was in der deutschen Fassung aber nicht herauskommt, da aus dem einen Bill Django wurde.
Vielleicht liegt meine Ratlosigkeit also auch nur an der Lieblosigkeit der deutschen Synchronfassung.

Literatur:
Michael Lippitsch, Die 200 wichtigsten Italo-Western. Norderstedt 2006, S.72

Montag, 12. Januar 2009

Django - Den Colt an der Kehle


Django - den Colt an der Kehle
(Chiedi perdono a Dio, non a me)
Italien 1968
Regie: Vincenzo Musolino
u.a. mit: Giorgio (George) Ardisson, Anthony Ghidra





Ein Rachewestern (die Familie des Helden wird ermordet, er nimmt Rache an den Tätern und der ganze Bande...), in dem die Worte sehr reduziert sind. Die Geschichte wird über die Gewalt erzählt, weniger über Dialoge. Der Hauptdarsteller Ardisson ist leider etwas unglaubwürdig in seiner Rolle, doch die Bilder des Films sind sehr schön und trösten darüber wie über die nicht besonders tolle Musik hinweg.

Highlight ein Revolverheld, der fast 1:1 (minus dem Patronengürtel mit Pistole) in der Aufmachung von David Hasselhoff aus Knight Rider aufgetreten ist (also für einen Western eher unpassend...): Frisur, offene schwarze Lederjacke, enge dunkle Jeans - alles hat gestimmt. Er hat sogar einen Besoffenen gespielt, also auch das Spätwerk von Hasselhoff vorweggenommen! Also entweder dieser oder jemand aus der Produktion der Serie muß in den 80er Jahren diesen alten Film gesehen und die Figur zum ästhetischen Vorbild genommen haben.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Tepepa



Tepepa
Italien/Spanien 1968
Regie: Giulio Petroni
u.a. mit: Tomás Milian, Orson Welles, John Steiner





Wunderschön stimmungsvoll photographiert, dazu gute Musik von Ennio Morricone und sehr gutes Spiel von Tomás Milian als mexikanischer Revolutionsheld und Orson Welles als unguter Militär. Inhaltlich als Revolutionswestern gleich sympathisch, aber vom Spannungsbogen mit Ausnahme des grande finale leider eher mittelmäßig. Wobei dies allerdings durch das Aufzeigen und Beleuchten moralischer Widersprüche zu relativieren ist: Auch die "Guten" tun Böses. Diese Komponente macht den Film (neben dem Auftauchen von Orson Welles in einem Italowestern) interessant und gut.

Freitag, 19. Dezember 2008

Django und Sabata - wie blutige Geier


Django und Sabata - wie blutige Geier / Django - schieß mir das Lied vom Sterben / Django und Sartana - wie blutige Geier / Django - die Gier nach Gold
(C'è Sartana ... vendi la pistola e comprati la bara!)
Italien 1970
Regie: Giuliano Carnimeo
u.a. mit: George Hilton, Charles Southwood



Obwohl George Hilton seine Sache gut macht, war dieser Film langweilig. Der in der Mitte des Films auftretende Co-Held Southwood mit Sonnenschirmchen und im weißen Anzug, während Hilton einen schwarzen Anzug trägt, war nicht witzig, sondern hat einem mäßigen Italowestern den Rest gegeben. Lediglich die Eröffnungssequenz und hie und da ein paar verspielte Bilder und Einfälle (mit der Pistole aus einem Brotlaib heraus schießen...) haben gefallen können, sonst war das nichts.
Kommt wohl nicht von ungefähr in einem Film, der im italienischen Original als "Sartana" gedreht wurde, wobei der Titelheld einen "Django" gegeben hat. In der deutschen Fassung wurde daraus dann ein "Django".

Dienstag, 9. Dezember 2008

Django kennt kein Erbarmen


Django kennt kein Erbarmen
(Pochi dollari per Django)
Italien/Spanien 1966
Regie: León Klimovsky, Enzo Girolami
u.a. mit: Antonio De Teffè (Anthony Steffen), Gloria Osuña, Frank Wolff





Einmal wieder ein billig gemachter Western um einen "Django" genannten Kopfgeldjäger, der die Bösen besiegt. Trotz der Kombination der Erfolgstitelbestandteile dollari (Für eine Handvoll..., Für ein paar ... mehr) und Django und Held Anthony Steffen als optischem Verschnitt von Clint Eastwood und Franco Nero in den diesbezüglichen Filmen, reicht es daran aber bei weitem nicht heran. Die - grüne - Landschaft Montana, die klassische US-Western-Gegend, ist nicht mein Fall. Aber okay, sie hat sich aus der erzählten Geschichte logisch ergeben, dem Konflikt Viehzüchter gegen Farmer um das Land (dem zweiten großen Land-Konflikt des amerikanischen Westens nach dem Völkermord an der Urbevölkerung). Ist die Grundkonstellation zwar interessant, ist der Film aber leider langweilig.

Freitag, 5. Dezember 2008

Bandidos



Bandidos
Italien/Spanien 1967
Regie: Massimo Dallamano
u.a. mit: Enrico Maria Salerno, Terry Jenkins, Venantino Venantini







Ein sehr gut gemachter Western. Allein die nicht geglückte deutsche Synchronisation beeinträchtigt das Erlebnis. Aber Enrico Maria Salerno spielt seinen Part des heruntergekommenen, weil verkrüppelten Schießkünstlers ziemlich großartig. Inhaltlich gibt's Gut/Böse, Vater/Sohn-Problematik und das Rachemotiv, also italowesterntypische Elemente. Außergewöhnlich gut macht den Film seine schöne Inszenierung.

Literatur:
Ulrich P. Bruckner, Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute. Stark erweit.u.aktual.Neuausg., Berlin 2006, S.211-213

Montag, 1. Dezember 2008

Requiescant


Requiescant
(Mögen sie in Frieden ruh'n)
Italien/BRD 1967
Regie: Carlo Lizzani
u.a. mit: Lou Castel, Mark Damon, Pier Paolo Pasolini





"In dem an Bizarrerien wahrlich nicht armen Genre des Italowestern ist Requiescant eines der bizarrsten Werke." meinte Georg Seeßlen. Tatsächlich ist dieser Film ziemlich außergewöhnlich, indem er klassische Motive dieses Stils aufnimmt, aber damit etwas eigenes schafft.
Stark gleich der Bruch zu Beginn, vom tragischen Massaker zur mit fröhlicher Musik unterlegten Auflesen des Kindes durch seine neuen Eltern. Irritierend bis zum Schluß der religiöse Mantel, der sich schließlich aber immer stärker in Richtung Auflehnung gegen die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, bis hin zum Revolutionstribunal, dreht. Etwas seltsam die Stilisierung des Bösewichts als blasse, draculahafte Gestalt - wohl als Betonung seines Rassismus gegenüber der mexikanischen Unterdrückten.
Pier Paolo Pasolini als schweigsamer revolutionsführender Priester, der Gewalt nur widerwillig in Kauf nimmt, im Gegensatz zur Zentralfigur des Films, Lou Castel als von religiösen Elternhaus kommender, immer mehr in den Rausch der Gewalt Gezogener.
Nur oberflächlich ein einfacher, jedenfalls aber faszinierender Film. Ich fürchte aber, nur eine stark gekürzte Version gesehen zu haben.

Literatur:
Georg Seeßlen, Requiescant. Mögen sie in Frieden ruh'n (1967) von Carlo Lizzani. in: Studienkreis Film (Hg.), Um sie weht der Hauch des Todes. Der Italowestern - die Geschichte eines Genres. 2., erweit.Aufl., Bochum 1999, S.40-47
Ulrich P. Bruckner, Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute. Stark erweit.u.aktual.Neuausg., Berlin 2006, S.126-129