Samstag, 11. Juli 2020

Bzenec

12.7.2020

In der mährischen Stadt Bzenec (deutsch früher Bisenz) wurde ein Fußballspiel besucht. 4.400 Menschen leben hier.

Im 13.Jh wurde auf einem Hügel über der Siedlung eine den böhmischen Königen bzw. mährischen Markgrafen direkt gehörende Burg errichtet. Bis zu ihrer Belagerung und Eroberung durch die verfolgte und aufständische Religionsgemeinschaft der Hussiten in den Jahren 1427 und 1428 prägte sie den Ort. Sie wurde nicht wiederaufgebaut.


Zwischen 1490 und 1514 wurde eine neue Festung als Herrschaftssitz der Adeligen, die von hier aus über die Menschen herrschten, errichtet. Ab 1588 wurde sie zu einem Renaissanceschloss umgebaut und schließlich von 1709 bis 1710 noch einmal Barockstil. Zwischen 1853 und 1855 wurde das heutige Schloss als Neubau im englischen Tudorstil errichtet. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden die deutschsprachigen Grafen enteignet und das Schloss zum Sitz der Weinbaugenossenschaft. Bzenec liegt in einer von Weinbergen geprägten Weingegend, in Fortsetzung des niederösterreichischen Weinviertels auf der anderen Seite der Grenze.


1863 wurde vor dem Schloss eine von Wiener Architekten entworfene Synagoge in orientalischem Baustil errichtet. 1941 wurde sie von örtlichen Nazis aus der Stadt in einer gemeinsamen Aktion mit tschechische Faschisten verwüstet. 1960 wurde das davon abgesehen unbeschadete Gebäude abgerissen nachdem es nach der Vertreibung und Ermordung der Jüdinnen und Juden in der Nachkriegszeit als Lagerhalle verwendet worden war. Eigentlich wollte man die ehemalige Synagoge zu einem Kulturzentrum umbauen, doch bei den Bauarbeiten wurde die Statik so stark beschädigt, dass der Abriss erfolgen musste.


Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1015.


Der Jüdische Friedhof wurde vermutlich im 17. Jh. angelegt. Die Trauerhalle wurde um 1900 in neoklassizistischem Stil errichtet und 1985 renoviert. Die jüdische Gemeinde der Stadt war eine der ältesten in Mähren. Seit dem 14.Jh. lebten hier Jüdinnen und Juden. Das jüdische Viertel und die übrige Stadt waren bis nach dem Ende der Habsburgermonarchie eigene politische Gemeinden mit eigenen Institutionen. 1919 wurden sie in der Tschechoslowakei zu einer Stadtgemeinde zusammengelegt. Durch Abwanderung in die großen Städte schrumpfte die jüdische Bevölkerung seit der zweiten Hälfte des 19.Jh. Anfang des 20.Jh. lebten hier noch über 400 Jüdinnen und Juden, 1930 waren es nur mehr 138 (3,4% der gesamten Stadtbevölkerung). Unter der Naziherrschaft wurden 1943 über Kyjov von hier 130 Menschen in das KZ Theresienstadt deportiert. Fast alle wurden ermordet, nur vier Überlebende kehrten nach der Befreiung 1945 zurück.


Die katholische Pfarrkirche wurde von 1696 bis 1702 errichtet. Die erste Vorgängerkirche des heutigen Barockbaus stand hier in der ersten Hälfte des 13.Jh.


Denkmal zum dank für die bei der Befreiung 1945 getöteten rumänischen Soldaten.

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