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Freitag, 22. Februar 2019

Verona

22.2.2019

Im vor neun Jahren besichtigten italienischen Verona wurde ein Fußballspiel besucht.

Das Stadttor Porta Palio aus dem 16.Jh. Verona war mit 31 Forts einer der Eckpfeiler der zwischen 1833 und 1866 ausgebauten Festungsanlagen zur Aufrechterhaltung der Habsburger Herrschaft mit blutiger Unterdrückung und militärischer Gewalt gegen eine dagegen nicht nur 1848 rebellierende Bevölkerung.


Italien


Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Arena, wo im Sommer Opernaufführungen stattfinden. Das im 1.Jh. errichtete römische Amphithater war ursprünglich in Länge und Breite größer, doch Erdbeben zerstörten den äußeren Ring mit der Fassade sodass heute nach außen der schmucklose innere Arkadenring sichtbar ist. 20.000 Menschen haben hier Platz.


Denkmal in Gedenken an die Partisanen. 1943 besetzte die deutsche Wehrmacht nach dem Sturz Mussolinis und dem Kriegsaustritt Italiens Norditalien. In Verona gründete Mussolini seine faschistische Partei neu und wurde die Zentrale der SS zur Organisation der Deportation und Ermordnung der italienischen Jüdinnen und Juden und Unerdrückung des italienischen Widerstans eingerichtet. Bevor noch in der Stadt selbst wegen der massiven Präsenz von Wehrmacht, SS und der starken faschistischen Basis in der Stadtbevölkerung besonders schwierig wurde, leistete am 9. September 1943 eine Gruppe italienischer Soldaten mit Unterstützung aus der Bevölkerung auf der Piazza delle Poste bewaffneten Widerstand gegen die anlaufende deutsche Besetzung: Sie errichteten eine Barrikade und beschossen anrollende deutsche Militärfahrzeuge, bis ihnen die Munition ausging. Sechs Italiener wurden bei diesem Widerstand getötet. Einer der Anführer, Darno Maffini, war gefangen genommen worden und konnte später einem deutschen Lager entkommen. Er schaffte die Rückkehr nach Verona und organisierte dort eine Widerstandsgruppe der GAP. Die GAP-Gruppen verübten in Verona zahlreiche Anschläge auf italienische Faschisten und auf Einrichtungen der deutschen Besatzung.


Das große Stadttor Porta Borsari wurde 265 unter Kaiser Gallienus als Stadttor der römischen Stadt an der römischen Fernstraße Via Postumia erbaut. Das Stadttor ist nach der Arena das am besten erhaltene antike Monument.


Hier spielt auch eine Szene von Romeo und Julia.


Der Arco dei Gavi ist ein antiker römischer Ehrenbogen, der im 1.Jh. zur Demonstration von Macht und Ruhm der Familie der Gavier errichtet wurde. Er stand allerdings nicht am jetzigen Standort, denn dort wurde der Bogen im Mittelalter als Stadttor in die Stadtbefestigung einbezogen und nach der französischen Besetzung Veronas 1805 als militärisches Hindernis von den Besatzern abgerissen. Die Steine des Bogens wurden in der Nähe der römischen Arena deponiert. Schon 1820 beschloss der Stadtrat von Verona den Wiederaufbau des antiken Monuments. Aber erst mehr als ein Jahrhundert später wurde der Bogen 1932 an der jetzigen Stelle neu aufgebaut. Eine Architekturzeichnung des berühmten Architekten des 16.Jh. Andrea Palladio half bei der Rekonstruktion des Bauwerks. Um die ursprüngliche Situation anzudeuten, hat man ein Stück der antiken römischen Straßenpflasterung aus schwarzem Basalt im Bereich des Bogens verlegt, samt Einkerbungen durch Wagenräder.


Straßenszenen


Das Castel San Pietro war eine mittelalterliche Burganlage, die 1801 von französischen Besatzungssoldaten großteils zerstört wurde. Aufgrund der militärisch praktischen Lage am Hügel über der Stadt ließen die österreichischen Truppen hier 1852 bis 1852 die heute vorhandenen Gebäude als Kaserne errichten.


Die Brücke Ponte Pietra (italienisch für Steinbrücke) ist eine um das Jahr 100 v.u.Z. gebaute römische Bogenbrücke über den Fluss Etsch (Adige). Der lateinische Name der Brücke lautete in der Antike Pons marmoreus („Marmorbrücke“). Die Brücke wurde mehrere Male von Hochwassern zerstört. Der Bogen nahe am rechten Ufer wurde um 1300 von Alberto della Scala neu errichtet, ebenso der hohe Wachturm. Vier der Bogen und ein Teil der Pfeiler wurden am 15. April 1945 während des Zweiten Weltkrieges von deutschen Soldaten größtenteils gesprengt, aber 1957 bis 1959 mit Originalmaterial und mit den aus dem Fluss geborgenen Originalsteinen wieder aufgebaut.


Die Skulptur lo spino del filo spinato des Künstlers Pino Castagna wurde 2009 auf Initiative Veroneser Bürgerinnen und Bürger auf der Piazza Isolo aufgestellt, um an die 1943 bis 1945 von deutschen Besatzungssoldaten mit Unterstützung italienischer Faschisten deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Verona zu erinnern.


Das römische Theater (Teatro Romano di Verona) wurde um das Jahr 20 v.u.Z. als marmorgeschmückter großer Theaterbau am linken Flussufer errichtet. Vom Bühnengebäude ist nichts mehr übrig sodass sich heute von den Rängen der Blick auf den Fluss öffnet.


Der romanische Dom von Verona.

Montag, 29. März 2010

Verona

28.3.2010

Verona, die Stadt von Romeo und Julia − besucht wurde sie aber wegen Fußball.

Die Piazza Brà, der zentrale Platz der Altstadt. Hier war in der Antike das römische Forum Boario. Im 16.Jh. wurde die Piazza als großer Platz neugestaltet.


Die römische Arena dominiert die Piazza Brà. Errichtet in der zweiten Hälfte des 1.Jh. und wurde sie im Mittelalter wie anderswo auch als Steinbruch benutzt. Doch in der Renaissance wurde dies gestoppt und sie restauriert. So ist die Arena von Verona heute das drittgrößte erhaltene antike Amphitheater. Im 12.Jh. zerstörten Erdbeben die ringförmigen Außenmauer, die eigentliche Fassade. Die heutige Außenansicht war der schmucklose Innenbereich.


Die Arena von innen. Unheimlich beeindruckend die klassische Stadionarchitektur. Und das zweitausend Jahre alt!


Die Piazza Erbe. In der Antike lag hier das Forum Romanum, das Zentrum des römischen Verona. Heute ist der Platz gesäumt von herrschaftlichen Palästen aus dem späten Mittelalter.


Blick auf den Palazzo del Commune auf der Piazza Erbe. Der Bau geht auf das Jahr 1193 oder 1138 zurück, das älteste Rathaus Italiens. Prägnant ist er 83m hohe Torre dei Lamberti. Die Familie Lamberti ließ ihn 1172 als einzigen Turm der Stadt in Privatbesitz errichten.


Vom Torre dei Lamberti aus hat man einen großartigen Blick über die Stadt.


Pflicht ist in Verona natürlich die "Casa di Giulietta", das "Haus der Julia". Das Haus ist eine schöne gotische Wohnanlage. Daß es erst 1905 aus touristischen Gründen zum Haus der Julia erklärt wurde, der Balkon im Hof, vor dem Romeo geschmachtet haben soll, erst 1936 angepickt wurde und das im Haus aufgestellte Bett Teil einer Filmausstattung aus dem Jahr 1968 ist, läßt schmunzeln. Unter den zahlreichen Zetteln mit Liebesschwüren ein Pickerl eines Fußballvereins zu finden (1. FC Köln) läßt ebenfalls Fußballverrückte wissend lächeln.


Am Ufer des Flusses Etsch (Fiume Adige), Blick vom Altstadtufer auf das Castel San Pietro, einer Kaserne aus der Zeit der Habsburgerherrschaft (bis 1866)


Pittoreske Altstadtgassen gibt es hier zuhauf.


Das Castelvecchio, mächtige Stadtburganlage am Flußufer. Die herrschende Familie der Scaligeri ließ sie im 14.Jh. mit dem doppelten Zweck der Verteidigung der Stadt nach außen und ihrer Herrschaft nach innen errichten.


Der Ponte Scaligero führt vom Castelvecchio über den Fluß. Zeitgleich mit der Burg im 14.Jh. gebaut, sollte sie den Scaligeri bei einem Aufstand als letzten Ausweg die Flucht aus der Stadt ermöglichen und durfte daher auch nur von ihnen betreten werden. Schließlich hat sich die Herrscherfamilie in Intrigen allerdings selbst gegenseitig ausgerottet, sodaß die Bevölkerung von Verona nicht dazu kam, sie zu vertreiben.


romanischer Kreuzgang der Basilica di San Zeno