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Sonntag, 3. März 2019

Bratislava

3.3.2019

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava wurde ein Fußballspiel besucht. Die Stadt wurde schon unzählige Male besucht und u.a. im April 2011 und im August 2011 eingehender besichtigt.

Die Most SNP, kurz für Most Slovenského národného povstania („Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes“) wurde 1967 bis 1972 als neue Straßenverbindung zwischen Petržalka (früher deutsch Engerau und ungarisch Pozsonyligetfalu) rechts der Donau und dem historischen Preßburg (deutsch) bzw. Prešporok (slowakisch) und Pozsony (ungarisch) links der Donau. Der Name der Brücke erinnert an den Slowakischen Nationalaufstand SNP (Slovenské národné povstanie). 1944 wurde in der Mittelslowakei versucht, sich selbst vom mit Hitler verbündeten faschistischen Regime zu befreien. Der Aufstand wurde von deutscher Wehrmacht, SS und slowakischen Faschisten in heftigen zweimonatigen Kämpfen mit 20.000 Toten niedergeschlagen und anschließend von ihnen zahlreich Massenmorde und Massaker an der Bevölkerung verübt, bei denen 90 Dörfer niedergebrannt und 5.000 Menschen ermordet wurden. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes und der Tschechoslowakei wurde die Brücke 1993 schlichtNový most („Neue Brücke“) umbenannt. Der Aufstand hatte sich gegen den mit Hitler verbündeten, eigenständigen faschistischen sloakischen Staat gerichtet. 2012 erhielt die Brücke aber wieder ihren traditionellen Namen. Altstadtseitig wurde für den Bau der Auffahrt zur Brücke ein großer Teil der Altstadt zwischen Burg und Dom, v.a. das ehemalige jüdische Viertel samt Synagoge, abgerissen. Diese Trasse wurde 1963 im Bebauungsplan mit gesetzlich beschlossen wurde. Widerstand gegen den Plan war ein strafbares Vergehen, dennoch gab es einige Kritik von Intellektuellen bis nach der blutigen Niederschlagung der Liberalisierung des kommunistischen Systems der Tschechoslowakei 1968 (Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts) diese Diskussion beendet war. Die Brücke hängt an Seilen, die an zwei auf Petržalka-Seite erichteten Pfeilern hängen. Oben befindet sich in 80 Meter Höhe ein Turmrestaurant und eine Aussichtsplattform in 95 Meter Höhe. Das 1974 eröffnete Restaurant hieß früher Bystrica, wurde aber 2005 unter der Bezeichnung Ufo in Anlehnung an die äußere Form neu eröffnet.



Straßenszenen

Montag, 5. September 2011

Bratislava

4.9.2011

Zwischen zwei Fußballspielen am Vormittag und Nachmittag ein kleiner Abstecher zu einem markanten Gebäude und anschließend ein Spaziergang durch die bekannte Altstadt.

Einen erstaunlichen Anblick bietet das Gebäude des Slowakischen Hörfunks (Slovenský rozhlas), das in der einzigartigen Form einer umgedrehten Pyramide (Obrátená pyramída) errichtet wurde. Nach langer Bauzeit wurde 1984 der Sendebetrieb aufgenommen. Zumindest von außen wirkt das 80m hohe Gebäude heute aber bereits überaus renovierungsbedürftig.


Am Hauptplatz (Hlavné námestie) stand eine Bühne, wo gerade eine Folkloregruppe ihre Weisen ins Mikrophon mehr schrie als trällerte.

Montag, 8. August 2011

Bratislava

7.8.2011

Bevor am Abend, rechtzeitig zum Fußballspiel, Wind und Regen aufkamen, wurde am sonnigen Nachmittag in Bratislava ein kleines Kulturprogramm absolviert. Nachdem beim jüngsten Besuch hier bereits einiges besichtigt wurde, stand nunmehr hauptsächlich eine geschichtspolitisch-erinnerungskulturelle Erkundung am Programm.

Auf einem Hügel hoch über die Stadt und aus dieser an vielen Stellen gut sichtbar steht das zwischen 1957 und 1960 errichtete Kriegerdenkmal Slavín. Es erinnert an die Befreiung Bratislavas und anderer slowakischer Städte durch die sowjetische Armee im April 1945. Die Gedenkstätte liegt inmitten eines Soldatenfriedhofs damals getöteter sowjetischer Soldaten. 6.850 Menschen sind hier begraben.

Aufgrund seiner prominenten Platzierung über die Stadt war das Denkmal auch umstrittener Reibepunkt, da es nicht nur als Gedenkstätte der Befreiung vom Faschismus, sondern auch als Symbol der folgenden kommunistischen Herrschaft gesehen wurde.

Blick vom Slavín auf die Burg und die Neue Brücke (Nový most).


Aussicht vom Slavín über die Stadt.


Wunderbar pittoresk ist das Betreten der Altstadt über das Michaelertor. Hier von außen in die Michalská ulica (Michaelergasse, ungar. Mihály-utca).


Das Alte Rathaus (Stará radnica, ungar. Régi városháza) am Hauptplatz (Hlavné námestie), ein vom 13. bis ins 19. Jh. immer wieder um- und ausgebautes Ensemble von ursprünglich mehreren Häusern. Heute beherbergt es das Museum der Stadtgeschichte (Múzea dejín mesta).


Im Innenhof des Alten Rathauses, das wie das Museum frisch renoviert und erneuert ist.


Im Museumsbesuch inkludiert ist der Aufstieg auf den Turm des Alten Rathauses. Von hier oben hat man eine schöne Aussicht über die Stadt. Hier der Blick auf den Hauptplatz, dahinter ist links die Neue Brücke und rechts der Turm des Martinsdoms und die Burg zu sehen. In den Räumen des Turms, die man beim Aufstieg passiert, finden sich Bilder, Karten und Pläne zur Geschichte der Stadt und des Turms.


Ebenso sehenswert wie die Ausstellung des Museums sind die Räumlichkeiten. Hier einer der frisch renovierten Prunkräume aus dem 18. Jahrhundert.


Das Ineinandergreifen der Gebäude aus mehreren Epochen wird besonders deutlich, wenn unmittelbar daneben die Ladislauskapelle aus dem 15. Jahrhundert liegt.


Die Ausstellung des Museum der Stadtgeschichte selbst bringt etwas zur Geschichte der Stadtregierung und von Preßburg/Pozsony/Prešporok als ungarische Krönungsstadt. Besonders sehenswert aber vor allem sind die Exponate zur Alltagsgeschichte der Menschen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, wobei hierbei vor allem Stücke aus der Welt des wohlhabenden Bürgertums gezeigt werden. Hier Fahrräder des Vereins der Cyclisten samt Vereinsfahne aus dem Jahr 1895.

Den großen Brüchen des 20. Jahrhunderts, die aus der einst multiethnischen Stadt eine heute praktisch ausschließlich slowakische Stadt machten, wird ausgewichen. Der Zeitraum der Ausstellung endet in den 1930er Jahren. Gerade angesichts der Renovierungsarbeiten hätte man über den Schatten springen können und sich zu einer kritischen Präsentation des 20. Jahrhunderts aufraffen sollen.

Montag, 11. April 2011

Bratislava

10.4.2011

In die slowakische Hauptstadt führte wieder der Besuch eines Fußballspiels. 430.000 Menschen leben heute in der Stadt, die seit 1919 Bratislava heißt. Prešporok hieß die Stadt zuvor auf Slowakisch, Preßburg der deutsche und Pozsony der ungarische Name.
Nachdem die Stadt bereits 2007 einmal besichtigt wurde, wurde dies nun vertieft und diesmal auch die Burg besucht.

Blick von der Alten Brücke (Starý most) über die Donau auf die am nördlichen Flußufer liegende Stadt und die Neue Brücke mit ihrem charakteristischen Brückenpfeiler.


Blick von der Neuen Brücke auf Burg (rechts) und Parlament (links).


Die breite Auffahrt zur 1967 bis 1972 errichteten Neuen Brücke (Nový most) schneidet durch die Altstadt und führt nur wenige Meter vor dem gotischen Martinsdom (slowakisch Katedrála sv. Martina, ungarisch Szent Márton-dóm) vorbei. Für die Brücke wurde großflächig abgerissen, darunter auch die Synagoge aus dem Jahr 1893. Die 1452 eingeweihte Kirche war ein Teil der Stadtmauer und der Kirchturm zugleich Wehrturm. Von 1563 bis 1830 wurden hier die ungarischen Könige und Königinnen gekrönt. Dies nicht deshalb, weil die Habsburger hierher weniger weit als zur Krönungskirche nach Ofen/Buda hatten, sondern weil dort nach 1526 die Osmanen herrschten. Bis 1848 tagte in Preßburg auch der Landtag des Königreichs Ungarn, zu dem die Stadt vom 10. Jahrhundert bis 1918 gehörte. Die Turmspitze ziert so auch nicht ein gewöhnliches Kreuz, sondern die ungarische Stephanskrone (an deren Spitze wiederum ein Kreuz steht).


Nach ein paar Metern Aufstieg gelangt man zur über Stadt und Donau thronenden Preßburger Burg (slowakisch Bratislavský hrad, ungarisch Pozsonyi vár). Die mittelalterliche Burg am Berg über der Donau wurde im 16. Jahrhundert zum Renaissancepalast und im 17. Jahrhundert im Barockstil umgebaut.


Von der Burg aus hat man einen herrlichen Blick über die Donau auf das am Südufer gelegene Petržalka (deutsch Engerau, ungarisch Pozsonyligetfalu bzw. bis 1907 Ligetfalu). Der Ort gehört erst seit 1946 zu Bratislava und wurde in kommunistischer Zeit 1973−1985 zu einer von Plattenbauten dominierten Satellitenstadt ausgebaut. Hierorts wurde das seit 2008 dem Verfall preisgegebene Fußballstadion von Petržalka besichtigt.


Blick von der Burg über Bratislava.


1811 wurde die Burganlage durch einen Brand schwer zerstört. Eine grundlegende Renovierung erfolgte erst von 1953 bis 1968. Derzeit finden weitere Rekonstruktionsarbeiten wie hier in der Gartenanlage statt.


An standesgemäßer Stelle, hoch über der Donau, direkt neben der historischen Burg, steht der Nachkriegsbau des slowakischen Parlaments (Slovenský parlament, ungarisch Szlovák parlament)


Altsstadtgassen in Bratislava in der Aprilsonne.


Der nette historische Hauptplatz. Blick auf das Alte Rathaus (slowakisch Stará radnica, ungarisch Régi városháza). Ein Patchwork der Jahrhunderte. Der Turm stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert. Das Rathaus, eines der ältesten steinernen Gebäude der Stadt, wurde im Lauf der Jahrhunderte im jeweiligen Geschmack (Renaissance, Barock) umgebaut und erweitert, bis es 1867 endgültig zu klein geworden war.


Blick auf das Michaelertor (Michalská brána, ungar. Szent Mihály-kapu). Der Turm stammt aus der Mitte des 14.Jhs., das Zwiebeldach wurde Mitte des 18.Jhs. in barockem Stil gebaut.