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Samstag, 15. September 2018

Brünn

15.9.2018

In der mährischen Großstadt Brünn (Brno) wurden an Vormittag und Nachmittag Fußballspiele besucht und bei dieser Gelegenheit erneut in die schöne Altstadt geschaut, in der 2010 und 2015 zwei Besichtigungsspaziergänge unternommen worden waren.

Der Turm des Alten Rathauses wurde bestiegen, um von hier die Aussicht über die Stadt zu genießen.


Im Turm gibt es eine kleine Ausstellung über die Kunst der Gotik und den in Brünn geborenen Bildhauer und Baumeister Anton Pilgram (Antonín Pilgram), der das Portal des Rathausturms gestaltete und 1511 bis 1515 als Dombaumeister am Bau des Wiener Stephansdoms beteiligt war.


Straßenszenen

Velodrom Brno

Brünn, 15.9.2018

Das Radstadion der mährischen Großstadt Brünn wird vom 1957 gegründete Radfahrverein TJ Favorit Brno genutzt. Die Radsporttradition geht in Brünn aber bis in das Jahr 1889 zurück, als am Standort neben der damaligen Bauer'schen Zuckerfabrik die erste Radstrecke angelegt wurde. Es war eine einfache, offene Erdpiste. Die Rennstrecke der damalige Bauerova rampa wurde erst 1951 asphaltiert und dann 1957 durch eine Betondecke ersetzt wurde. Das heutige Velodrom mit überdachten Tribünen mit einer Kapazität von 16.000 Plätzen wurde an gleicher Stelle ab 1968 neu gebaut und 1969 als Austragungsort einer Amateur-Radweltmeisterschaft eröffnet.
Heute ist es eines der ältesten aktiven Radrennstadien Europas. Für große Rennen ist heute die Strecke im Oval allerdings zu lang. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich das Radstadion auch zu einem beliebten Veranstaltungsort für Freiluftkonzerte.
Es wurde kein Hinweis gefunden, dass hier im Stadion oder in der Freifläche zuvor jemals Fußball gespielt worden wäre. Seit den 1950er Jahren gab es das Stadion za Lužánkami als großes Brünner Fußballstadion.




Historische Bilder






Sonntag, 28. Juni 2015

Brünn

27.6.2015

Im mährischen Brünn (Brno), der zweitgrößten Stadt Tschechiens, wurde ein Fußballspiel besucht. 377.000 Menschen leben hier. Die Hauptsehenswürdigkeiten wie u.a. die Burg Špilberk waren hier bereits beim letzten Besuch besichtigt worden, sodass diesmal ein vertiefendes Programm absolviert wurde.

Der Brünner Hauptbahnhof (Brno hlavní nádraží). Die erste Dampfeisenbahnlinie der Habsburgermonarchie führte ab 1839 von Wien nach Brünn. Der erste Bahnhof wurde als Bahnhof der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn (Nádraží Severní dráhy císaře Ferdinandovy) bereits 1838 zwischen Graben und Stadtmauer angelegt. Das heutige 1902 bis 1905 im Jugendstil errichtete Hauptgebäude befindet sich fast genau an der gleichen Stelle. An der Hauptfassade rechts und links des Hauptportals befanden sich ursprünglich zwei Uhrtürme, von denen jedoch der rechte bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört und nicht wieder errichtet wurde. Gedenktafeln neben dem Haupteingang erinnern an von den deutschen Besatzern umgebrachte Eisenbahner.


Straßenszenen der schönen Altstadt. Seit dem Mittelalter lebte eine große deutschsprachige Gemeinde in Brünn. Nach dem Ende der Habsburgermonarchie waren es in der Zwischenkriegszeit etwa 55.000 deutschprachige Einwohnerinnen und Einwohner, davon etwa 12.000 Jüdinnen und Juden. Letztere wurden von den Nazis deportiert und umgebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in pauschaler Rache für die unzähligen Nazi-Verbrechen bei der Unterdrückung der Tschechinnen und Tschechen die deutschsprachige Bevölkerung vertrieben. Im sogenannten Brünner Todesmarsch wurden ab 31. Mai 1945 etwa 27.000 Menschen, vor allem Frauen, Alte und Jugendliche, da die Männer zumeist noch in Kriegsgefangenschaft waren, zu Fuß zur 60 km entfernten österreichischen Grenze getrieben. Dabei kam es zu Verbrechen an ihnen. Amtlich belegt sind 2.000 Tote, nach anderen Angaben wären es 5.200 gewesen. Zum 70. Jahrestag bedauerte die Brünner Stadtverwaltung 2015 offiziell die Vertreibung und lud Vertriebenenvereine zu gemeinsamem Gedenken ein.


Nach der Nazi-Machtübernahme in Deutschland 1933 und der austrofaschistischen Diktatur nach dem Februar 1934 in Österreich flüchteten viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in die demokratische Tschechoslowakei. In Brünn entstand das Auslandsbüro der österreichischen Sozialdemokraten (ALÖS), das von 1934 bis 1938 unter der Leitung von Otto Bauer als Sitz der Leitung der emigrierten Sozialdemokratie und Auslandsstützpunkt der illegalen Bewegung in Österreich fungierte. Die Arbeiter-Zeitung wurde in Brünn produziert und nach Österreich geschmuggelt. Die Tschechoslowakei gewährte vielen vor dem Faschismus geflohenen Asyl. Sowohl die Nazi-Bewegung der deutschsprachigen Minderheit als auch tschechische Nationalisten hetzten aber gegen sie. Ab 1937 gab man offiziell Paris als Erscheinungsort der AZ an. Eine Gedenktafel am Kino Scala erinnert an die Emigration: „Hier, im später durch Bomben zerstörten Dopz-Gebäude und im Café Biber war der kulturelle Treffpunkt der Künstler, Schriftsteller, Publizisten und Politiker aus Deutschland und Österreich, die in den Jahren 1933-1939 in Brünn im Exil lebten.“


Denkmal der Sowjetarmee für die Befreiung Brünns am 26. April 1945.


Das Denkmal der drei Widerstandsbewegungen wurde 2006 errichtet und erinnert an Tschechinnen und Tschechen, die Leben, Freiheit oder Gesundheit im Kampf um einen Nationalstaat verloren haben, während der habsburgischen Kriegsdiktatur im Ersten Weltkrieg, der Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg oder während des Kommunismus 1948-1989. Im Sinne dieser Konzeption besteht das Denkmal aus einer Pyramide, die auf drei Pyramiden steht, die jeweils eine dieser Widerstandsbewegungen repräsentieren sollen.


Das Holocaust-Mahnmal (Památník obetí holocaustu) in Form eines schwarzen Granitblocks erinnert an die ermordeten Jüdinnen und Juden. Da allerdings keine ersichtliche Beschriftung oder Tafel die Bedeutung des wasserumspülten Steins erklärt, erfüllt dieser seine Funktion als Mahnmal nicht. Mit der deutschen Besetzung und der Nazi-Machtübernahme begann im September 1939 die systematische Verfolgung der Jüdinnen und Juden. Bis 1945 wurden aus Brünn 9.064 jüdische Einwohnerinnen und Einwohner in verschiedene Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Nur 700 von ihnen überlebten.


Die Synagoge Agudas Achim (Synagoga Agudas achim) wurde 1934 bis 1936 in funktionalistischem Stil errichtet. Der Stahlbetonbau war die jüngste von den einst vor 1939 vier Synagogen in Brünn und ist heute die einzige in Mähren, die noch zu religiösen Zwecken genutzt wird. Derzeit allerdings wegen Renovierung geschlossen.

Montag, 1. März 2010

Brünn

27.2.2010

Brünn ist wie Graz, nur schön. 370.000 Menschen leben hier in der zweitgrößten Stadt Tschechiens. Die erste Dampfeisenbahn Österreichs wurde 1839 von Wien nach Brünn gebaut und jetzt weiß ich auch warum. Herrlich das Ensemble der Innenstadt mit zwei Hügeln mittendrin, wo auf dem einen eine Burg und auf dem anderen eine gotische Kathedrale über der Stadt stehen.
Besucht wurde hier ein Fußballspiel des 1. FC Brno und auch die verfallene Ruine von dessen ehemaligen Stadion besichtigt.

Blick auf die Peter und Paul Kathedrale am Petrov-Hügel vom Kapuzinerplatz (Kapucínské náměstí) aus. Majestätisch thront sie über der Stadt. Um 1300 entstand hier eine frühgotische Kirche, die seither oft umgebaut wurde. Die so charakteristischen beiden Türme wurden bemerkenswerterweise erst 1904/05 errichtet.

Die Glocken läuten übrigens immer schon um 11 Uhr zu Mittag. Der Sage nach hatten im Dreißigjährigen Krieg die schwedischen Truppen die Stadt 1645 monatelang erfolglos belagert und wollten schließlich abziehen, wenn sie es nicht schafften, die Stadt bis zum Mittagsläuten zu erobern. Die Brünner Verteidiger sollen davon erfahren haben – und einfach eine Stunde früher geläutet haben, worauf die Belagerer auch prompt abzogen. Wenn es nicht wahr ist, dann ist es zumindest gut erfunden.

Zelný Trh (Krautmarkt). Seit dem 13.Jh. gibt es hier einen Markt. Den Platz dominiert das Ungetüm eines 1690-1695 errichteten Barockbrunnes von Fischer von Erlach.


Sehr nette Parkanlage am südwestlichen Hang des Petrov mit schöner Aussicht über die Stadt und hinauf auf die Kathedrale. Der Obelisk wurde 1818 als Denkmal des Siegs über Napoleon errichtet und rühmt in seinen Inschriften Kaiser und Armee. 1887 schlug in ihn der Blitz ein.


Blick vom Park zu Füßen der Kathedrale auf den zweiten Hügel, der die Innenstadt dominiert. Auf ihm steht die Burg Špilberk (Hrad Špilberk).


Der Turm des Alten Rathauses, entstanden um 1240 saß hier bis 1935 die Stadtverwaltung. Das spätgotische Portal stammt aus dem Jahr 1511 (Bildhauer Anton Pilgram), die Turmspitze aus der Renaissance. Im Eingang hängt an der Decke ein Krokodil, Symbol für viele Sagen, die sich um "Drachen" drehen.


Náměstí Svobody (Freiheitsplatz). Ein herrlicher Platz mit schönem architektonischem Ensemble.


Bemerkenswert die dreieckige Form des Náměstí Svobody.


Ausblick vom Burgberg auf die Stadt mit Petrov und Kathedrale in der Mitte thronend.


Festung Špilberk (Hrad Špilberk). Im 13.Jh. ließ der böhmische König Přemysl Ottokar II. auf dem Hügel über der Stadt eine Burg errichten, die im 17. und 18. Jh. zu einer mächtigen Festung ausgebaut wurde und lange Zeit auch als Gefängnis für Schwerverbrecher und politische Gefangene diente.


Park zu Füßen von Špilberk, Blick auf die Stadt.