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Montag, 26. Oktober 2026
Waldhausen im Strudengau
26.10.2026
Im oberösterreichischen Waldhausen im Strudengau habe ich ein Fußballspiel besucht. 2.800 Menschen leben in der aus Dendlreith, Dörfl, Ettenberg, Gloxwald, Handberg, Sattlgai, Schloßberg und Waldhausen im Strudengau bestehenden Marktgemeinde.
Das ehemalige Stift Waldhausen am Schloßberg. 1147 ließ es der in Perg herrschende Adelige Otto von Machland gründen und von Augustiner-Chorherren als Mönchen betreiben. 1792 ließ Kaiser Leopold II. das Stift aufheben, nachdem der letzte Propst schon 1785 wegen wirtschaftlichenr Pleite aufgegeben hatte. 1800 ließ man größere Teile der 1647 bis 1680 im Barockstil erbauten Klostergebäude abreißen und führte das Material zum Bau der Franzensburg nach Laxenburg. Der große Stiftsbrunnen wurde ebenfalls abgebaut und im Prälatenhof von Stift Melk aufgestellt. Heute ist daher nur mehr ein Teil der einstigen Anlage erhalten. Im Jahr 2000 wurden in archäologischen Ausgabungen Teile der frühneuzeitlichen und später überbauten Klosteranlage freigelegt. Zentrum der heutigen Anlage ist die nach Abriss der mittelalterlichen Kirche 1650 bis 1662 im Barock neu gebaute ehemalige Stiftskirche.
Sonntag, 25. Oktober 2026
Ybbstalbahn und Gaming
25.10.2026
Im niederösterreichischen Gaming habe ich ein Fußballspiel besucht. 2.800 Menschen leben in der aus zehn Ortschaften bestehenden Marktgemeinde Gaming, wobei es im Hauptort Gaming selbst 1.900 sind.
Die Ybbstalbahn wurde 1898 eröffnet. Beachtlich an der Schmalspurbahn ist die Bergstrecke mit erstaunlichen Steigungen. 1988 stellte die ÖBB den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen ein. Ein Verein übernahm aber die Anlagen und führt einen touristischen Betrieb mit alten Lokomotiven und Waggons.
Blick aus dem Zug auf Gaming.
Die Kartause Gaming ließ im Jahr 1330 der Habsburger-Herzog Albrecht II. als Kloster „Marienthron“ des Mönchsordens der Kartäuser gründen und zur Demonstration der Macht samt großer Kirche als Grabstätte für sich ausbauen. Im Zuge seiner Kirchenreformen ließ Kaiser Joseph II. das Stift 1782 aufheben.
Freitag, 23. Oktober 2026
Opava
23.10.2026
In der tschechischen Stadt Opava habe ich wieder ein Fußballspiel besucht. Nach der eingehenderen Stadtbesichtigung hier vor elf Jahren gab es diesmal einen einfachen Spaziergang.
Dienstag, 13. Oktober 2026
Čadca
13.10.2026
In der slowakischen Stadt Čadca habe ich ein Fußballspiel besucht. 22.000 Menschen leben hier.
Der in markanter tschechoslowakischer Nachkriegsarchitektur des sogenannten Brüsseler Stils errichtete Bahnhof aus den Jahren 1967 bis 1969. Čadca ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt und im Dreiländereck der slowakischen Grenze mit Tschechien und Polen. 1871 hat man hier die Eisenbahnverbindung eröffnet. Die kommunistische Symbolik im Relief hat man nach der Wende entfernt.
Straßenszenen. Čadca schrieb man auf slowakisch bis 1927 Čaca, auch in der seinerzeitigen deutschen Namensversion Tschadsa lautet der Name ebenso wie in der polnischen Variante Czadca gleich.
Rathaus. Čadca wurde im 16.Jh. als Dorf zum ersten Mal schriftlich erwähnt. 1788 erhielt der Ort Stadtrecht.
In der Revolution von 1848/49 versuchte sich Ungarn im Krieg aus der Habsburgermonarchie zu lösen. Neben kroatischen Truppen aus dem Süden des damaligen ungarischen Königreichs kämpften hier in dessen Norden auch slowakische Truppen gegen die Ungarn an der Seite der kaiserlichen Armeen in der Hoffnung Selbständigkeitsrechte dafür zu erhalten. Diese gab ihnen der neue Kaiser Franz Joseph nach der blutigen Unterdrückung der ungarischen Revolution in langem Krieg nicht. Am 4. Dezember 1848 hatten slowakische Kriegsfreiwilligen gemeinsam mit kaiserlichen Soldaten die Stadt besetzt und es tagte hier ein neugebildeter Slowakischer Nationalrat mit zahlreichen prominenten Mitglieder wie Ľudovít Štúr, Jozef Miloslav Hurban (nach denen in der Slowakei nicht nur zwei Städte benannt sind sondern die auch in praktisch jedem Ort des Landes eine nach ihnen benannte Straße haben) und beschloss hier am 6. Dezember 1848 eine Erklärung mit Forderungen für Selbstständigkeitsrechte. Daran erinnert das Denkmal.
Jugendstil
Bereits im Jänner 1919 hatten der 1918 wiedergegründete Staat Polen und der neugegründete Staat Polen in Schlesien eine Woche lang Krieg um den Grenzverlauf geführt. Als die Westmächte Großbritannien, Frankreich und Italien Hitler 1938 im Münchner Abkommen die militärische Besetzung und Eingliederung von deutschsprachigen Teilen der Tschechoslowakei zustanden, im Glauben, damit einen Krieg zu vermeiden, nutzte Polen dies zu einem militärischen Angriff. In der Schlacht bei Čadca (Bitka pri Čadci) am 25. November 1938 drängte die polnische Armee die tschechosloiwakischen Truppen zurück und besetzte mehrere Dörfer und die strategisch wichtige Eisenbahnstrecke. Da die Nazideutschland wenige Monate später ganz Tschechien besetzte, die Tschechoslowakei zerschlugen und als nächsten Staat Polen militärisch angriff, war das nur von kurzer Dauer. Die Nazis gliederten das polnisch besetzt gewesene Gebiet 1939 in ihren Vasallenstaat Slowakei ein und nach der Befreiung 1945 blieb das Gebiet tschechoslowakisch.
In der Armut und dem Elend der Menschen in Zeiten der Habsburgermonarchie entwickelte sich hier mit dem Handwerk der Kesselflickerei (Drotárstvo) eine Tradition, in dem herumziehende Handwerker Töpfe und Geschirr mit Lötwerkzeug reparierten.
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