Dienstag, 25. August 2026
Hluboká nad Vltavou
25.8.2026
Im südböhmischen Hluboká nad Vltavou habe ich ein Fußballspiel besucht. 5.500 Menschen leben hier.
Das Schloss Hluboká, deutsch Frauenberg, geht auf eine mittelalterliche Burg aus dem 13.Jh. zurück, die Zentrum der Adelsherrschaft über die ringsum lebende Bevölkerung und Festung für Kriege war. Im 16.Jh. ließen die damaligen Herrscher die Burg im Renaissancestil umbauen und nach dem Kauf der Herrschaft durch die Fürsten Schwarzenberg 1661 ließen es diese zu Beginn des 18.Jh. im Barockstil umbauen. Im Österreichischen Erbfolgekrieg von 1740 bis 1748, in dem europäische Mächte den Herrschaftsantritt Maria Theresias zum Kriegsanlass nahmen, besetzten französische Truppen die Festung 1741 bis 1742, die daraufhin von einer österreichischen Armee belagert wurde. 1742 brannten Burg und Stadt nieder. Die militärischen Wehranlagen wurden danach nicht mehr wiedererrichtet. Gegen Ende des 19.Jh. wurde praktisch alles abgerissen und das heutige Schloss im Baustil der Romantik neu gebaut.
Der Schüttkasten, in dem die Erträge der harten Arbeit der Untertanen eingelagert wurden, war stets das wichtigste Gebäude der Adelsherrschaft. Damit finanzierte man das Luxusleben der wenigen Adeligen auf Kosten der vielen anderen Menschen und die Pracht der Schlösser. Die Fürsten Schwarzenberg wurden nach der Besetzung des Landes durch die Nazis 1939 enteignet und nach kurzer Rückerstattung 1945 schließlich 1947 ihr Besitz erneut vom tschechoslowakischen Staat eingezogen.
Die 1907 eröffnete ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde. Jüdische Familien lebten seit dem 17.Jh. in wenigen Häusern ghettoartig in einem eigenen Stadtviertel. 1880 waren es noch 112 Menschen, 1930 war die Gemeinde durch Abwanderung aber schon auf nur mehr zwanzig Leute geschrumpft. 1942 deportierten die Nazis im Rahmen des Mordens und der Gewalt der deutschen Besatzung ddie verbliebenen Jüdinnen und Juden und ermordeten sie. In der Nachkriegszeit wurde das von den Nazis verwüstete Gebäude zu einer Kirche der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche umgewandelt und ist heute als Wohnhaus genutzt.
Straßenszenen. Bis 1885 hieß der 1840 aus verschiedenen Siedlungen gebildete Ort Podhrad. Da aber schon seit einiger Zeit auch der Name des Schosses Hluboká (tschechisch) bzw. Frauenberg (deutsch) für die Stadt verwendet worden war, änderte man den Stadtnamen und benannte diese wie das Schloss Hluboká. 1924 erweiterte man den Namen um nad Vltavou („an der Moldau“).
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