Samstag, 22. August 2026

Bleiburg / Pliberk

22.8.2026

In Bleiburg, slowenisch Pliberk, in Kärnten/Koroška habe ich ein Fußballspiel besucht. Die Stadtgemeinde besteht aus 23 Ortschaften, in denen zusammen 4.000 Menschen leben. Im Ort Bleiburg/Pliberk selbst sind es 1.300 Menschen. Etwas weniger als ein Drittel ist slowenischsprachig.



Schloss Bleiburg (Grad Pliberk) auf einem Hügel über der Stadt. Im 12. Jh. wurde hier eine Burg errichtet. Das heutige Aussehen stammt aus dem 17.Jh.


Gedenktafel für ein Opfer des Mordens der Nazis


Kulturni Dom, das slowenische Kulturhaus von Pliberk/Bleiburg. Bereits in den letzten Jahrzehnten der Habsburgermonarchie hatte es mehrere slowenische Kulturvereine gegeben. am bedeutendsten davon der 1909 gegründete, aus dem katholischen Milieu kommende Verein „Edinost“ (Einheit), der anfangs „Katoliško slovensko izobraževalno društvo v Pliberku“ (Katholischer slowenischer Bildungsverein in Bleiburg) hieß. Hier gab es verschiedene Weiterbildungskurse, eine Bücherei oder eine Theatergruppe. Sitz des Vereines war der Narodni dom (Volksheim) am Hauptplatz. In der Ersten Republik wurden slowenische Vereine aufgelöst und verboten, da man erneute Anschlussbestrebungen nach Jugoslawien fürchtete. Im April 1942 ließen die Nazis die Kärntner Behörden und ihre Streikräfte Sloweninnen und Slowenen aus Kärnten u. a. aus dem Bleiburger Raum deportieren. Der nach der Verfolgung durch die Nazis nach der Befreiung wiedergegründete Verein besteht heute noch. Der Dom wurde mit Finanzierung von EU, Republik Österreich, Slowenien, Land Kärnten, der Gemeinde und sogar der auf Minderheitensprachförderung bedachten Provinz Südtirol ab 1996 gebaut und ist seit 1999 in Betrieb.


Aufschriften sind zweisprachig


Das Grenzlandheim ist das deutschsprachige Kulturzentrum.


Straßenszenen


Werke des Malers Werner Berg schmücken die Straßen


Der Hauptplatz heißt 10. Oktober Platz aufgrund der Volksabstimmung von 10. Oktober 1920 über die staatliche Zugehörigkeit des Südens Kärntens. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie am Ende des Ersten Weltkriegs hatten neugebildete Truppen des neugebildeten serbisch-kroatisch-slowenischen südslawischen Staats (später Jugoslawien) weite Teil des Landes und am 23. November 1918 auch erstmals Bleiburg/Pliberk militärisch besetzt. In Kriegshandlungen mit österreichischen Kriegsfreiwilligen-Einheiten wurde u.a. um die Stadt gekämpft, die im Mai 1919 erst von den Deutschkärntner wiedererobert und dann wieder verloren wurde. Nachdem die Volksabstimmung in Bleiburg überwiegend für den Verbleib in der neuen Republik Österreich ausging, während das Umland Großteils für Slowenien stimmte, mussten die südslawischen Soldaten die Stadt räumen. Aus der zuvor inmitten des Landes gelegenen Stadt wurde eine Grenzstadt nahe der neuen österreichisch-jugoslawischen Grenze.


Straßenszenen

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