Mittwoch, 12. September 2018

Zistersdorf

11.9.2018

In Zistersdorf im niederösterreichischen Weinviertel wurde ein Fußballspiel besucht. 5.400 Menschen leben in der gesamten Stadtgemeinde Zistersdorf, im eigentlichen Zistersdorf selbst sind es 2.800.

Das 1706 gebaute Alte Rathaus mit Glockenturm und späthistoristischer Fassade aus dem letzten Viertel des 19.Jh.


Straßenszenen


Die barocke Stadtpfarrkirche Kreuzerhöhung wurde 1627 bis 1640 als Franziskanerkirche mit einem Kloster errichtet, das heute nach Auflösung des Klosters 1809 als Pfarrhof genutzt wird.


Zistersdorf ist im Zentrum der österreichischen Erdölförderung im Weinviertel. 1930 wurde hier erstmals Erdöl gefördert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Förderung für den verbrecherischen Krieg der Nazis intensiviert. Nachdem die Zistersdorfer Erdölproduktion von alliierten Luftangriffen im Juni 1944 schwer beschädigt worden war, kam es zeitweise zu Treibstoff-Engpässen der deutschen Wehrmacht. Da in Zistersdorf im Frühjahr 1945 die letzten noch funktionierenden Erdölfelder des Nazi-Reichs waren, gehörte der Ort zu den wichtigsten Zielen der sowjetischen Armee, die diese im April 1945 eroberte.


Das ehemalige Stadtschloss wurde 1278 erstmals schriftlich erwähnt und wurde im Laufe der Zeit bei häufigem Besitzerwechsel mehrmals verändert. Bis Mitte des 17. Jh. war das Gebäude eine mittelalterliche Eckburg, die dann weitgehend abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Um 1820 wurde hier eine Ritterakademie (Schule für adelige Kinder) eingerichtet, heute ist hier eine Berufsschule.


Zistersdorf wurde 1160 erstmals schriftlich als Ortschaft erwähnt und um 1250 unter den hier herrschenden Kuenringern als mit Mauern umgebene Stadt gegründet. Die Verleihung des Stadtrechtes erfolgte 1284. Am Weg von Norden nach Wien war Zistersdorf über die Jahrhunderte oftmals Schauplatz diverser Kriege. Im 15.Jh. eroberten und plünderten tschechische Hussiten, 1645 im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs schwedische Soldaten und 1706 ungarische Kuruzzen Zistersdorf. Gegen die Belagerung der ungarischen Rebellen gegen die Habsburgerherrschaft hatte die Zistersdorfer Obrigkeit die Bevölkerung bewaffnet. Dennoch eroberten die angreifenden Soldaten die Stadt, plünderten sie und brachten in Racheaktionen für den Widerstand danach hunderte Menschen um.

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