Sonntag, 8. Februar 2015

Vicenza

7.2.2015

Im norditalienischen Vicenza wurde ein Fußballspiel besucht. Rund 113.000 Menschen leben hier.

Straßenszene


Das Stadttor Porton del Luzo war ursprünglich ein adeliges Turmhaus der gleichnamigen Familie aus dem 11.Jh.


Der Turm Torre del Girone wurde im 12.Jh. für die Familie Carnaroli errichtet. Im 13.Jh. wurde der Turm von der Stadt erworben und als Stadtarchiv eingerichtet. 1509 wurde der Turm von Kriminellen gestürmt und das Archiv in Brand gesetzt, um Beweise und Gerichtsakten zu vernichten. Von Mitte des 17.Jh. bis in die zweite Hälfte des 19.Jh. diente der Turm als Gefängnis.


Andrea Palladio wirkte hier im 16.Jh. als Architekt und Baumeister, der einige kunstvolle Paläste und Villen in Vicenza errichten ließ. Die Statue aus dem 19.Jh. auf der Piazetta Palladio erinnert an ihn.


Die ab 1549 nach Plänen von Andrea Palladio im Stil der Renaissance umgebaute Basilica Palladiana ist vom Bautyp eigentlich keine Basilika sondern wurde so genannt, weil sie in ihrer mittelalterlichen Nutzung als Markthalle, Gerichtsgebäude und politischer Versammlungsort der antiken Basilika entsprach. Im Zweiten Weltkrieg brach im März 1945 nach einem Bombentreffer das Dach der Basilika ein und ein Brand zerstörte das Innere.


Der 82 Meter hohe, schlanke Turm Torre Bissara neben der Basilica stammt aus dem 12.Jh.


Die Piazza dei Signori im Stadtzentrum.


Die Stadt Vicenza behauptete sich vom 11. bis ins 15.Jh. als eigenständige Stadtrepublik nachdem sie sich aus der bischöflichen Hoheit über die Stadt gelöst hatte. Von 1404 bis zu dessen Ende 1797 stand sie unter der Herrschaft Venedigs.


Der Palazzo del Capitano wurde 1565 von Andrea Palladio entworfen und von 1571 bis 1572 als Residenz der Vertreter der Republik Venedig in der Stadt gebaut.


Der Dom (Cattedrale di Santa Maria Annunciata) geht auf ein schon im 3./.Jh. bestehendes christliches Gotteshaus zurück. Bis ins 13.Jh. wurde die Kirche mehrmals beschädigt, zerstört, verändert, umgebaut. Das heutige Aussehen der Kathedrale stammt im wesentlichen aus der Mitte des 15.Jh. während des Zweiten Weltkriegs wurde der Kirchenraum durch Bombentreffer zerstört.


Die unteren Mauern des unscheinbaren und von zwei Seiten verbauten Glockenturms des Doms waren Teil einer Befestigungsanlage des 10.Jh.


Vom mittelalterliche Castello der Ezzelini aus dem Jahr 1343 ist wenig mehr als der massive Turm übrig. Der bereits im 12.Jh. errichtete Turm diente als Bergfried der Stadtfestung, um den herum Mauern und Gräben errichtet wurden.


Die Basilica dei Santi Felice e Fortunato wurde ursprünglich im 4.Jh. errichtet, im 5.Jh. erweitert und nach Zerstörung der Stadt und der Kirche bei der ungarischen Eroberung im 9.Jh. dann im 10.Jh. neu gebaut. Der Turm hat eine schöne Spitze, steht aber bereits ziemlich schief.


Eine Durchfahrt durch die Stadtmauer schmücken Büsten des in Vicenza geborenen religiösen Fundmentalisten Ignatius von Loyola und des rationalistischen Philosophen René Descartes. Beide haben ihre Nasen eingebüßt.


Die unter der Herrschaft der Mailänder der Scaligeri errichteten Stadtmauern aus dem 14.Jh. sind teilweise erhalten und restauriert.


Die Porta Santa Croce, 1385 errichtetes Stadttor der Scaglieri-Befestigungsanlagen.


Einige weitere, teils verbaute und teils freistehende Reste der Stadtmauern sowie alte Stadttore sind in der Altstadt zu sehen. Im europäischen Revolutionsjahr 1848 war die Revolution in Norditalien national geprägt und richtete sich gegen die habsburgische Herrschaft. In Vicenza waren die Kämpfe besonders heftig. Im Mai 1848 wurde ein erster Versuch der österreichischen Armee unter Radetzky zur Rückeroberung Vicenzas zurückgeschlagen. Im zweiten Anlauf griff die österreichische Armee im Juni mit 30.000 Soldaten an und besetzte die Stadt. Der Radetzkymarsch wurde aus Freude über die blutige Unterdrückung der italienischen Revolution komponiert.


Das Teatro Olimpico wurde zwischen 1580 und 1585 im Hof des Palazzo Territorio aus dem 13.Jh. errichtet und war das erste freistehende Theatergebäude, das in Europa seit der Antike errichtet wurde. Das von Andrea Palladio entworfene Gebäude ist nach dem Vorbild eines römischen Theaters gestaltet, im Halbvoval vor einem Bühnenhaus mit einer idealisierten Stadt (das griechische Theben) als plastische Schaufassade.


Denkmal für die Verletzten von Arbeitsunfällen.


Im Zweiten Weltkrieg war Vicenza von 1943 bis 1945 ein Brennpunkt des italienischen Widerstands und des Kampfes der Partisanen gegen deutsche Besatzer und ihre italienischen faschistischen Helfer, aber auch die durch Bombenangriffe am meisten zerstörte Stadt Venetiens. Bombenziele waren der Bahnof und der Flughafen, durch Treffer auf Wohnviertel gab es über 2.000 zivile Tote. Am 28. April 1945 befreite die US Army die Stadt. Das Monumento ai Caduti vicentini nella guerra di Liberazione 1943−1945 erinnert an die Partisanen und Widerstandskämpfer.

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