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Samstag, 12. September 2026
Eitweg
12.9.2026
In Eitweg im Kärntner Lavanttal habe ich ein Fußballspiel besucht. 668 Menschen leben hier.
Koralpe
Bis 1973 war Eitweg eine selbständige Gemeinde gewesen und ist seither ein Teil der Stadt St. Andrä. Bekannt ist Eitweg im Lavanttal durch den seit 1923 gepflegten Faschingsbrauch des Schimmelzug, bei dem seit 1980 alle vier Jahre in Schaltjahren zwei Männer unter einem weißen Leintuch als „Schimmel“ (weißes Pferd) verkleidet über verschiedene Stationen mit einer jeweiligen Geschichte durch den Ort ziehen, begleitet von mehreren als Hexen, Perchten etc. verkleideten Leuten. Der Schimmel wird am Ende symbolisch geschlachtet und damit der Winter beendet. Viele tausend Menschen schauen sich das an und säumen den Weg.
Oberhalb von Eitweg liegt auf einem Hang der Koralpe die Ruine der mittelalterlichen Burg Hartneidstein. Einer Sage nach mussten auf Veranlassung einer dortigen Gräfin Fremde am Eidstein am Ortsrand einen Eid ablegen, bevor sie den Weg zur Burg hinauf nehmen durften. Einer anderen Sage nach wurden auf Hartneidstein zum Tode Verurteilte begnadigt, mussten aber bei einem Stein den Eid schwören, ein gewisses Gebiet, das mit Eidsteinen markiert war (das heutige Eitweg), nicht zu verlassen. Jedenfalls soll davon der Ortsname Eitweg (ursprünglich Eidweg) kommen.
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Dienstag, 8. September 2026
Velden am Wörthersee
8.9.2026
Im Kärntner Velden am Wörthersee habe ich ein Fußballspiel besucht. 9.200 Menschen leben in der aus 30 Ortschaften bestehenden Marktgemeinde, wobei es im Hauptort Velden selbst 2.400 sind.
Die 1850er/60er Jahren brachten einen Wendepunkt in der Geschichte des zuvor unauffälligen Dorfs. 1853 begann die Linienschifffahrt am Wörthersee und 1864 wurde Velden an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Das ermöglichte den Tourismus als Erwerbsquelle, der bereits 1864 mit der Eröffnung der ersten Badeanstalt seinen Lauf nahm. Der wie andere Wörtherseebahnhöfe typisch mit Steinfassade gestaltete Bahnhof wurde vor einem Jahrzehnt für moderne Ansprüche mit neuem Bahnsteig umgebaut, wodurch das Bahnhofsgebäude keinen direkten Bahnsteig mehr vor sich hat. Die Bedeutung Veldens als Tourismusdestination erkennt man auch daran, dass an diesem relativ kleinen Ort Railjets und ICEs halten.
Straßenszenen
Wörthersee
Blick auf den Aussichtsturm am Pyramidenkogel.
Das Schloss Velden war ein ursprünglich im 16./17.Jh. errichteter Adelssitz, den sich Adelige auf Kosten der ihnen Untertanen Bevölkerung aus luxuriöse Residenz bauen ließen. In den 1990er Jahren wurde es durch eine seichte und den Kärnten-Tourismus fördernde Fernsehserie Ein Schloss am Wörthersee im deutschen Sprachraum bekannt.
KZ-Gedenkstätten Loiblpass
4.9.2026
Der Weg über den Loiblpass/Ljubelj hatte im Zweiten Weltkrieg für die Kriegsführung der deutschen Wehrmacht gegen die Länder am Balkan Bedeutung, weswegen hier ab 1941/42 an einem Tunnel gearbeitet wurde und nachdem die Baufirma Universale das 1943 übernommen hatte, stellte ihnen die SS gegen Gebühr KZ-Häftlinge als Außenstelle des KZ Mauthausen zur Verfügung. Das hatte für die Firma den Vorteil, dass es keine Sicherheitsvorkehrungen brauchte und die täglichen Arbeitsunfälle der Häftlinge, die als Nazi-Gegner meist politische Gefangene und Kriegsgefangene verschiedener Staaten (hauptsächlich aus Frankreich, aber auch aus Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, aus Belgien, Luxemburg, Italien, Nordwegen und Jugoslawien) eingepreist waren. 40 Menschen wurden bei der Zwangsarbeit getötet oder von der SS ermordet. Erkrankte Häftlinge wurden zurück ins KZ Mauthausen geschickt, wo man sie dann ermordete. Häftlinge, die er zu krank für den Rücktransport nach Mauthausen zur Ermordung hielt, tötete der SS-Lagerarzt, der Kärntner Nazi Sigbert Ramsauer (in der Nachkriegszeit Chefarzt des Landeskrankenhauses Klagenfurt und bis in die 1980er Inhaber einer florierenden Arztpraxis im Stadtzentrum) gleich hier mit Benzininjektionen in ihre Herzen. In einem Fernsehinterview erklärte er das 1991 kurz vor seinem friedlichen Tod damit, dass er die Gefangenen für minderwertige Menschen gehalten habe. Nazi bis zuletzt. Insgesamt wurden etwa 1.800 Menschen als KZ-Häftlinge im Norden und im Süden des Loiblpass eingesperrt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Im April 1945 gab die SS wegen des Drucks der Kärntner Partisanentätigkeit des Nord-Lager auf und marschierte mit den Gefangenen als menschliche Schutzschilder nach Norden ab. Im Rosental griffen die Partisanen an und befreiten die Gefangenen der Nazis. Der bis zur Befreiung 1945 mit Blut und Tod der zum Bau gezwungenen Menschen fast fertiggestellte Tunnel wurde später 1967 als Straßenverbindung zwischen Österreich und Jugoslawien eröffnet. Auf slowenischer Seite errichtet man in der 1950er Jahren eine Gedenkstätte, mit einer einprägsamen Figur und französisch J'accuse (ich klage an). 1995 wurde auch auf österreichischer Seite am nördlichen Tunnelportal eine Gedenkstätte errichtet.
Nord (Österreich)
Süd (Slowenien)
Im Juni/Juli 1991 war der Loiblpass wie alle slowenischen Grenzübergänge Schauplatz des slowenischen Unabhängigkeitskriegs. Nach der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens von Jugoslawien besetzten slowenische Soldaten die Grenzübergänge, um die Souveränität des neuen Staats über seine Grenzen zu verdeutlichen, woraufhin sie von der jugoslawischen Armee zu Lande und von der Luft aus angegriffen wurden, die ihrerseits die Souveränität des Staats Jugoslawien zu erhalten versuchte. Zehn Tage dauerte der Krieg, mit dutzenden Toten auf beiden Seiten. Das Denkmal erinnert an die Verteidigung des Loiblpass durch slowenische Truppen 1991.
Sonntag, 6. September 2026
Arnoldstein
6.9.2026
In Arnoldstein in Kärnten habe ich ein Fußballspiel besucht. 7.200 Menschen leben in der aus 21 Ortschaften bestehenden Marktgemeinde im Gailtal im Süden Kärnten.
Straßenszenen
Das Stift Arnoldstein ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner. Im 11.Jh. wurde die Anlage als unter einem Adeligen namens Arnold erbaute Burg erstmals erwähnt. 1106 ließ dort der Bischof von Bamberg Otto ein Benediktinerkloster gründen, das bis zur Auflösung in den Kirchenreformen des Kaiser Joseph II. 1783 bestand. Danach wurde das ehemalige Kloster noch ein Jahrhundert für staatliche Zwecke genutzt, aber 1883 durch einen Brand zerstört und ist seither eine Ruine.
Der Schrotturm von Arnoldstein bzw. Gailitz. Seit 1814 wurden hier Schrotkugeln für Jagdwaffen produziert und die Anlage, die seit 1880 der BBU gehörte, mehrmals modernisiert und neu gebaut. 1974 wurde die Produktion eingestellt.
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