Samstag, 5. September 2026
Maria Saal
5.9.2026
In Maria Saal in Kärnten habe ich ein Fußballspiel besucht. 4.000 Menschen leben in der aus 37 Ortschaften bestehenden Marktgemeinde.
Das selbständige Herzogtum Kärnten bestand von 976 bis 1335, bevor die Habsburger auch hier die Herrschaft übernahmen. Die traditionelle Amtseinführung eines Herzogs bestand aus drei Teilen, die hier am Zollfeld (slowenisch Gosposvetsko Polje) durchgeführt wurde: 1. der Einsetzung auf dem sogenannten Fürstenstein (slowenisch Knežji kamen) im nahen Karnburg (slowenisch Krnski grad) in slowenischer Sprache, der kirchlichen Weihe in einer katholischen Messe im Dom von Maria Saal und 3. der abschließenden Zeremonie hier am Herzogstuhl (Vojvodski prestol), wo dem neuen Herzog von seinen Untertanen gehuldigt wurde und er erstmals im neuen Amt zu Gericht saß und Lehen vergab. Der aus dem 9.Jh. stammende steinerne Thron ist seit dem 14.Jh. ein Doppelsitz, als der Habsburgerherzog Rudolf IV. mit aus den antiken Ruinen der römischen Stadt Virunum gerissenen Marmorblöcken und dem Kapitell einer Säule, was an den Fürstenstein erinnert, einen zweiten Sitz hinzufügen ließ. Die Zeremonie am Fürstenstein fand 1414 zum letzten Mal statt, die am Herzogstuhl hier 1651. 1834 umgab man ihn zum Schutz mit einem eisernen Gitter. Da dies im 21.Jh. nicht mehr ausreicht, stülpte man nun auch noch einen Glassturz darüber.
Die Marienkirche bzw. der Dom von Maria Saal geht auf eine hier vermutlich um das Jahr 753 errichtete erste Kirche zurück. Der heutige Bau stammt großteils aus dem 15.Jh., als die Anlage aufgrund der Kriegsgefahr durch Truppen des Osmanischen Reichs mit Graben, Türmen und Torbauten zu einer Festung ausgebaut wurde. Deren militärischer Gefahr zwischen 1473 und 1482 überstand die Festung daher ohne angegriffen zu werden, 1492 belagerte aber ein Heer ungarischer Söldner Maria Saal und hätte es fast erobert.
Der Laubenstock wird hier traditionell umgangssprachlich Pestkreuz genannt, erfüllte aber wohl früher eher die Funktion eines Pilgertreffpunkts. Auffällig ist die künstlerlische Gestaltung der mit 1523 datierten Malereien.
Das 1972 eröffnete Freilichtmuseum versammelt abgetragene und wiederaufgebaute Kärntner Bauernhäuser aus verschiedenen Epochen.
Straßenszenen
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