Samstag, 5. September 2026
Moosburg
5.9.2026
Im Kärntner Moosburg habe ich ein Fußballspiel besucht. 4.600 Menschen leben hier in der aus 35 Ortschaften bestehenden Gemeinde.
Bekannt ist Moosburg durch den um 850 geborenen und 899 gestorbenen Karolinger Arnulf (auch Arnolf) in Moosburg auf der mittlerweile zur Ruine verfallenen Burg Arnulfsfeste aufgewachsen war und hier auch in seiner Regierungszeit zeitweise lebte und amtierte. Er war Kärntner Herzog, ab 887 war König des Ostfrankenreiches und von 896 bis 899 römisch-deutscher Kaiser.
Heute dominiert die Ansicht von Moosburg das im 16.Jh. auf einem Hügel errichtete Schloss Moosburg.
Kirche
Maria Saal
5.9.2026
In Maria Saal in Kärnten habe ich ein Fußballspiel besucht. 4.000 Menschen leben in der aus 37 Ortschaften bestehenden Marktgemeinde.
Das selbständige Herzogtum Kärnten bestand von 976 bis 1335, bevor die Habsburger auch hier die Herrschaft übernahmen. Die traditionelle Amtseinführung eines Herzogs bestand aus drei Teilen, die hier am Zollfeld (slowenisch Gosposvetsko Polje) durchgeführt wurde: 1. der Einsetzung auf dem sogenannten Fürstenstein (slowenisch Knežji kamen) im nahen Karnburg (slowenisch Krnski grad) in slowenischer Sprache, der kirchlichen Weihe in einer katholischen Messe im Dom von Maria Saal und 3. der abschließenden Zeremonie hier am Herzogstuhl (Vojvodski prestol), wo dem neuen Herzog von seinen Untertanen gehuldigt wurde und er erstmals im neuen Amt zu Gericht saß und Lehen vergab. Der aus dem 9.Jh. stammende steinerne Thron ist seit dem 14.Jh. ein Doppelsitz, als der Habsburgerherzog Rudolf IV. mit aus den antiken Ruinen der römischen Stadt Virunum gerissenen Marmorblöcken und dem Kapitell einer Säule, was an den Fürstenstein erinnert, einen zweiten Sitz hinzufügen ließ. Die Zeremonie am Fürstenstein fand 1414 zum letzten Mal statt, die am Herzogstuhl hier 1651. 1834 umgab man ihn zum Schutz mit einem eisernen Gitter. Da dies im 21.Jh. nicht mehr ausreicht, stülpte man nun auch noch einen Glassturz darüber.
Die Marienkirche bzw. der Dom von Maria Saal geht auf eine hier vermutlich um das Jahr 753 errichtete erste Kirche zurück. Der heutige Bau stammt großteils aus dem 15.Jh., als die Anlage aufgrund der Kriegsgefahr durch Truppen des Osmanischen Reichs mit Graben, Türmen und Torbauten zu einer Festung ausgebaut wurde. Deren militärischer Gefahr zwischen 1473 und 1482 überstand die Festung daher ohne angegriffen zu werden, 1492 belagerte aber ein Heer ungarischer Söldner Maria Saal und hätte es fast erobert.
Der Laubenstock wird hier traditionell umgangssprachlich Pestkreuz genannt, erfüllte aber wohl früher eher die Funktion eines Pilgertreffpunkts. Auffällig ist die künstlerlische Gestaltung der mit 1523 datierten Malereien.
Das 1972 eröffnete Freilichtmuseum versammelt abgetragene und wiederaufgebaute Kärntner Bauernhäuser aus verschiedenen Epochen.
Straßenszenen
Freitag, 4. September 2026
Ferlach
4.9.2026
In der Kärntner Stadt Ferlach (slowenisch Borovlje) habe ich ein Fußballspiel besucht. 7.500 Menschen leben in der aus 27 Ortschaften bestehenden Stadtgemeinde, wobei es im Hauptort Ferlach selbst 4.600 sind.
Der alte Bahnhof der 1906 eröffneten Ferlacher Bahn (Einstellung des Personenverkehrs 1951) wird heute vom Verein Nostalgiebahnen betrieben.
Seit 2003 erinnert am Bahnhof ein Gedenktafel an die Deportation von elf Kärntner slowenischen Familien aus Ferlach/Borovlje, durch die Nazis. 1942 überfielen SS-Truppen im Morgengrauen in Kärnten ausgesuchte Sloweninnen und Slowenen und deportierten unter Beraubung ihres Besitzes gewaltsam ingesamt 1.075 Personen aus 220 slowenische Familien aus ihrer Heimat Kärnten. Im 19.Jh. war Ferlach eine mehrheitlich deutschsprachige (1880 war es zu zwei Drittel deutsch und zu einem Drittel slowenisch) Sprachinsel in slowenischsprachigem Umland. Heute sind nach Unterdrückung, Vertreibung und Assimilation nur mehr acht Prozent in der Stadt slowenisch und auch das Umland überwiegend deutschsprachig.
Straßenszenen. Über Jahrhunderte prägte die Waffenproduktion Arbeit und Wirtschaft der Stadt. Seit dem 14.Jh. ist Eisenverarbeitung in Ferlach nachweisbar, wozu nahe Erzvorkommen im Gebirge der Karawanken sowie durch Flussläufe zur Verfügung stehende Energie aus Wasserkraft genutzt werden konnten. 1514 ließ der Habsburgerkaiser Ferdinand I. in der nach Kriegen durch osmanische Heere und durch Bauernaufstände gegen ihre Unterdrückung und Ausbeutung durch die Adelsherrschaft verwüsteten Stadt Klagenfurt/Celovec ein Zeughaus einrichten, also ein Waffenarsenal. Das musste mit allerhand Waffen gefüllt werden, was die Produktion ankurbelte. Ferlach wurde ein Zentrum für die Herstellung blanker Waffen und von Feuerwaffen. Hunderte Büchsenmacher-Meister fertigten in ihren Werkstätten bis ins 18.Jh. v.a. Waffen für das Militär. Danach verlagerte sich die Produktion in Ferlach auf Jagdwaffen, die auch heute noch hier hergestellt werden.
KESTAG
Der Ortsname, im Jahr 1246 als Vörelach erstmals schriftlich erwähnt, spielt in deutschen wie in der slowenischen Variante Borovlje („Leute am Föhrenwald“) auf die hiesigen Wälder aus Föhren an. Das zentrale Motiv des seit 1960 bestehenden Ferlacher Wappens ist die Föhre.
Denkmal für die Toten aus der KESTAG des Abwehrskampfs 1920 gegen die Besetzung und Abtrennung des Landes durch Truppen des neuen südslawischen Staats
Schloss Ferlach, ein im 16.Jh. errichtetes ehemaliges adeliges Herrenhaus, das um 1780 erweitert wurde. 1991 kaufte die Stadt das Gebäude, seit 1998 ist darin ein Museum
Bezirksgericht
Während nach der Kapitulation der Nazis am 8./9. Mai 1945 in Europa bereits Frieden herrschte, griffen SS und zur Unterstützung der NS-Herrschaft nach 1941 gebildete slowenische Truppen am 10. Mai die jugoslawischen Partisanen in der Region an und stießen unter massivem Feuer von 17 Panzer und zwei slowenischen Batallionen auf Ferlach / Borovlje vor, um über den Fluss Drau zu gelangen und sich der britischen Armee ergeben zu können und nicht in jugoslawischen Kriegsgefangenschaft zu geraten, von denen sie sich aufgrund ihrer zahlreichen Massaker und Morde an der Bevölkerung berechtigterweise keine gute Behandlung erwarteten (die Jugoslawen erschossen in den Wochen und Monaten nach Kriegsende zehntausende Menschen). Zahlreiche Gebäude Ferlachs wurden in Brand geschossen. Die Opferzahlen der Ferlacher Kämpfe schwanken wurden nie richtig festgestellt und schwanken in den Angaben zwischen 3 und 50 Slowenen und zwischen 18 und 180 jugoslawischen Partisanen, zu denen auch ein im März 1945 gebildetes österreichisches Batallion von aus der deutschen Wehrmacht desertierten Österreichern zählte. Viele der getöteten Partisanen wurden von deutscher SS und verbündeten Slowenen in die Drau geworfen. 49 Getötete wurden am alten Ferlacher Stadtfriedhof bestattet und nach dessen Auflassung 1959 auf den neuen Friedhof verlegt.
Blick auf die Burg Hollenburg am anderen Ufer der Drau
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