Samstag, 9. Mai 2026
Bad Ischl
9.5.2026
In Bad Ischl im oberösterreichischen Teil des Salzkammerguts habe ich ein Fußballspiel besucht. 14.000 Menschen leben in der aus 20 Ortschaften bestehenden Stadtgemeinde, wobei es im Ort Bad Ischl selbst 1.800 sind.
Bad Ischl heißt erst seit 1906 so. Bis dahin hieß die Gemeinde nur Ischl. Um die Eigenschaft als Kurort zu unterstreichen, fügte man Bad hinzu. Nach Jahrhunderten, in denen die Salzproduktion Arbeit und Wirtschaft bestimmt hatten, kam in den 1820er Jahren mit der Nutzung von Solebädern als Heilbädern der Kurbetrieb hinzu. Die Eisenbahn als taugliches Transportmittel war dafür die Grundlage.
Plätze sind nach Frauen benannt, die im Widerstand gegen die Verbrechen der Nazis waren und/oder ihre Opfer wurden.
Die Kaiservilla. Ursprünglich war hier eine Biedermeier-Villa, die sich 1834 ein Wiener Notar namens Josef August Eltz bauen ließ. 1850 kaufte sie der Arzt Eduard Mastalier und schließlich kaufte sie die Habsburger Erzherzogin Sophie und nach der Verlobung ihres Sohns Kaiser Franz Joseph mit Herzogin Elisabeth in Bayern im Jahr 1853 im damaligen Seeauerhaus und schenkte es ihnen zu ihrer Hochzeit. Danach wurde das Gebäude bis 1860 repräsentativ ausgebaut. Freizeitgestaltung war das massenhafte Jagen von Wildtieren. Angst und Schrecken in den Augen der gehetzten Tiere sind ein Gestaltungselement der Fassade. Am 28. Juli 1914 unterzeichnete Franz Joseph in seinem Arbeitszimmer im Westflügel des Hauses die Kriegserklärung an Serbien und das dazugehörige bekannte Manifest An Meine Völker! zum Kriegsbeginn, was den Ersten Weltkrieg zur Folge hatte, Millionen Menschen den Tod und das Ende der Monarchie brachte. Da die Habsburger die Anlage in ihrer Regierungszeit als Privatbesitz und nicht Staatseigentum führten und die hier Residierenden im Unterschied zum damaligen Ex-Kaiser die Republik anerkannten und auf Herrschaftsansprüche verzichteten, konnten sie diese 1918 behalten und sie gehört ihnen immer noch.
Straßenszenen
Die Trinkhalle wurde von 1829 bis 1831 im klassizistischen Stil als Solebadeanstalt erbaut. Neben verschiedenen Bädern wurden hier Trinkkuren mit Molke verabreicht.
Straßenszenen
Das 1875 eröffnete Kurhaus, heute „Kongress & TheaterHaus Bad Ischl“
Nachdem schon seine Eltern hier gewesen war, nutzte Kaiser Franz Joseph Ischl von 1849 bis 1914 als kaiserliche Sommerresidenz. Das machte den Ort in jenen Sommermonaten jahrzehntelang zum Zentrum der Monarchie, da zahlreiche Adelige und reiche Leute auch hierher kamen, um dem Hof nahe zu sein. Um der faktenwidrigen Nostalgie zum Leben unter der Habsburgermonarchie entgegenzuwirken, gibt es hier eine seht gut gemachte öffentliche Ausstellung.
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