Sonntag, 16. Februar 2014

Harland

15.2.2014

In den St. Pöltner Stadtteil Harland führte ein Fußballspiel. Rund 1.800 Menschen leben hier heute.


Harland wurde von 1859 bis zur Schließung des Werks 1987 von der Baumwollspinnerei und Zwirnfabrik geprägt, in der zu Spitzenzeiten (1918) 1.400 Menschen arbeiteten.


Das Unternehmen wurde 1859 als Mathias Salcher & Söhne gegründet, daraus wurde dann von 1894 bis 1968 die Harlander Baumwollspinnerei und Zwirnfabrik und schließlich die Harlander Coats GmbH. Seit der Jahrhundertwende gab es britische Miteigentümer, die ab 1923 die Mehrheit der Anteile besaßen.


Mit der Krise und Abwanderung der Textilindustrie in den 1970er Jahren kam das schleichende Ende. 1948 hatten hier noch 963 Menschen Arbeit gefunden, 1986 waren es nur mehr 400.


Die Häuserzeilen der einstigen Werkswohnungen prägen das Straßenbild. Das Unternehmen gründete und finanzierte im 19.Jh. Schulen, Kindergärten, ein kleines Spital, „Consum-Anstalten“ und eine Arbeiterbibliothek. Dies sollte die Beschäftigten an den Arbeitgeber binden. Verlor man den Arbeitsplatz, verlor man auch alle Leistungen und die Wohnung. Am Generalstreik zur Feier des ersten 1. Mai 1890 nahmen die Harlander Arbeiterinnen und Arbeiter nicht teil.


Links der Schornstein und rechts der Wasserturm aus dem Jahr 1927 der ehemaligen Fabrik. Heute ist hier ein Holzlager untergebracht.


Für die Energieversorgung wurden firmeneigene Kraftwerke errichtet, die nach der Schließung vom Landesenergieversorger übernommen wurden und heute noch in Betrieb sind.


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