Sonntag, 22. Februar 2026

Schrems

22.2.2026

In Schrems im niederösterreichischen Waldviertel habe ich ein Fußballspiel besucht. 5.300 Menschen leben in der aus 14 Ortschaften bestehenden Stadtgemeinde, wobei es im eigentlichen Schrems selbst 3.200 sind.

Ein Lost Place par excellence. Anderlfabrik ist eine Ortschaft der Stadtgemeinde Schrems um die gleichnamige ehemalige Textilfabrik. Die früheren Werkswohnungen, in denen Arbeiterinnen und Arbeiter wohnten, sind eine Ruine. Die Bevölkerungszahl der Ortschaft Anderlfabrik beträgt null.


Im Jahr 1595 wurde hier an der Mündung des Schwarzabaches in den Braunaubach erstmals eine Mühle erwähnt. Im 19.Jh. erlebte die Textilproduktion im Waldviertel einen großen Aufschwung. Ab 1821 wurde das Mühlengebäude zum Weben von Stoffen per Hand genutzt und ab 1851 gab es mit Wasserkraft betriebene Webstühle. Daneben wurde ein Gutteil der Produktion an Familien ausgelagert, die zuhause in Heimarbeit webten. Die Armut war groß und das Waldviertel ein Billiglohnstandort. 1879 kaufte der Wiener Fabrikant Johann Anderl die Anlage und verlegte aus Kostengründen seine Produktion aus Wien hierher in die nunmehr so genannten Anderlfabrik. In der besten Zeit arbeiteten hier 275 Menschen. Mit den nunmehr anderswo gelegenenn Billiglohnstandorten schloss wie andere Fabriken im Waldviertel auch die Anderlfabrik im Jahr 2004. Das traf die Region schwer. Nach der Schließung der Firma Ergee 2008 hatte Schrems mit 17% österreichweit die höchste Arbeitslosenrate.


Das Schloss Schrems ließen sich hier herrschende Adelige von der ihnen untertanen Bevölkerung im 17.Jh. bauen nachdem Schrems als eigene Herrschaft von Gmünd abgespalten worden war. Zur Verteidigung in Kriegen war das Schloss ursprünglich von einem Wassergraben umgeben. Nach einem Brand 1777 wurde das Schloss umgebaut.


Eine Brauerei in Schrems wurde 1410 erstmals schriftlich erwähnt. Die heutige Schremser Brauerei besteht setz 1838 in Familienbesitz. Das alte Brauhaus in der Mühlgasse 1 wurde im 18.Jh. errichtet, 1838 übernommen und 1905 geschlossen.


Straßenszenen. Die Ortschaft Schrems wurde rund um das Jahr 1200 gegründet. 1936 wurde sie zur Stadt erhoben.


Das ehemalige Arbeiterheim wurde in den Jahren 1926 und 1927 von der hiesigen Arbeiterinnen und Arbeitern als Ort der politischen und gesellschaftlichen Zusammenkünfte von Sozialdemokratie und Gewerkschaft errichtet. Man betrieb hier u.a. ein Kino. Mit dem Verbot der Sozialdemokratie unter dem Austrofaschismus im Februar 1934 und der Absetzung des gewählten Gemeinderats übergab die Diktatur das Gebäude den regimetreuen Christlichen Gewerkschaftern. Nach der Befreiung vom Faschismus 1945 wurde das Haus später Volksheim genannt ist heute städtisches Kulturhaus.


Schremser Bier

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