Dienstag, 6. Januar 2026
Cividale del Friuli
6.1.2026
Im italienischen Cividale del Friuli (furlanisch Cividât, slowenisch Čedad) habe ich ein Fußballspiel besucht. 11.000 Menschen leben hier.
Die „Teufelsbrücke“, italienisch Ponte del Diavolo und furlanisch Puint dal diaul, wurde ursprünglich im 15.Jh. errichtet. Der Sage nach habe der Teufel die Brücke über den reißenden Fluss Natisone erbaut und habe dafür von der Stadt als Lohn die Seele des Ersten, der darüber ging, erhalten. Nach der Fertigstellung hätten die Bürger jedoch einen Hund über die Brücke gejagt und damit den Teufel überlistet. Eher ein Gschichtl. Nach dem Zusammenbruch der italienischen Front im Ersten Weltkrieg im Oktober 1917 wurde die Brücke von italienischen Soldaten gesprengt, um den schnellen Vormarsch der österreichisch-ungarischen und deutschen Heere Richtung zu behindern. Unter österreichisch-ungarischer Besetzung wurde die Brücke im Mai 1918 neu errichtet.
Straßenszenen. In der römischen Antike hieß die Stadt Forum Iulii, woraus später verkürzt als Friuli der Name der Region Friaul entstand. Im Mittelalter hie0ß die Stadt seit dem 10.Jh. Civitas Austriae, was nicht vom heutigen Österreich sondern vom den Norden/Nordosten Italiens umfassenden Herrschaftsgebiets Austrasia oder Austria kam. Seit dem 15.Jh. gibt es den heutigen Stadtnamen.
Dom aus dem 16.Jh.
Unter der Herrschaft von Gaius Iulius Caesar im 1.Jh.v.u.Z. wurde aus einem keltischen Dorf eine römische Stadt, die Forum Iulii („Marktplatz des Julius“) benannt wurde. Zur Erinnerung steht hier seit 1935 eine nach antiken Vorbildern nachgebaute Statue des Caesar vor dem Rathaus aus dem 14./15.Jh.
Straßenszenen. Nach der Kriegszerstörung der prächtigen antiken Stadt Aquileia durch Hunnen im Jahr 452 wurde Cividale ein Jahrtausend zum regionalen Zentrum. Erst im 15.Jh. verlor es diese Rolle an das wachsende Udine.
Das ehemalige Hauptquartier der faschistischen Staatspartei aus den 1930er Jahren, Casa del Littorio, steht in markanter L-Form an einer Straßenecke. Heute ist darin die Polizei.
Mittelalterliches Tor zum Stadtteil Borgo San Pietro aus dem 15.Jh., mit einem als Baumaterial genutzten jüdischen Grabstein aus dem 14.Jh. (erwähnt ist darauf das Jahr 1369 bzw. nach jüdischer Zeitrechnung 3156)
Die ehemalige Caserma Francescatto. Nach der italienischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg und der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im September 1943 richtete die SS hier in der damaligen Caserma Principe Umberto Kaserne eine Folter- und Mordzentrale (neben dem KZ Risiera di San Sabba in Triest) für die Region und den SS-Stützpunkt für die Rachefeldzüge gegen den bewaffnetem Widerstand der Bevölkerung einm. 113 Ermordete und am Flussufer verscharrte wurde nach der Befreiung im April 1945 gefunden. Nur von 21 von ihnen konnte die Identität festgestellt werden.
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