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Montag, 1. Mai 2023

Villach

1.5.2023

In der Kärntner Stadt Villach wurde ein Fußballspiel besucht. 64.000 Menschen leben hier, womit Villach die siebtgrößte Stadt Österreichs ist.

Der Hauptbahnhof. Villach ist ein überregional bedeutender Bahnknotenpunkt, in dem sich die Strecken der Drautalbahn, der Rudolfsbahn und der Karawankenbahn kreuzen. Es befindet sich hier für den Güterverkehr der zweitgrößte Verschiebebahnhof Österreichs und ein großer ÖBB-Standort. Von der Betriebsführungszentrale Villach aus wird das ÖBB-Hauptnetz in den Bundesländern Kärnten und Steiermark gesteuert. Im Zweiten Weltkrieg war Villach als Eisenbahnknotenpunkt ein strategisches Ziel der alliierten Luftwaffen zur Störung der deutschen Kriegslogistik. In 37 Luftangriffen wurden rund 42.500 Bomben auf Villach abgeworfen, die 85% der Gebäude der Stadt beschädigten. Villach war nach Wiener Neustadt zu Kriegsende die meistzerstörte Stadt Österreichs.


Villacher Bier


Straßenszene. Siebeneinhalb Jahrhunderte, von 1007 bis 1759 gehörte Villach dem Hochstift Bamberg in Bayern. Nachdem 1675 der Bamberger Fürstbischof bereits die Landeshoheit über die Besitzungen in Kärnten samt Villach an die Habsburger übergeben hatte, verkaufte Bamberg 1759 auch den Besitz darüber.


Der Pranger. Im 15.Jh. wurde hier der Pranger als damaliges Strafvollzugsinstrument an zentraler Stelle in der Stadt aufgestellt. Um das Jahr 1800 wurde er entfernt und die Steinsäule als Baumaterial in eine Ufermauer an der Drau eingebaut. Man vergaß auf ihn, bis die Mauer 1959 abgerissen wurde und das mittelalterliche Monument auftauchte. Das Original kam ins Museum, aber hier stellte man eine Kopie auf. Einzigartig ist an ihm die in Stein gemeißelte drastische Darstellung der möglichen Strafen, die man sich seinerzeit zu vergegenwärtigen hatte: Stäupen (Auspeitschen), Hand abhacken, Augen ausstechen und das Abschneiden eines Ohres. Zu sehen sind weiters die Waage als Sinnbild der Gerechtigkeit und der Schwertarm als Ausdruck der Marktgerechtigkeit und des Friedegebots in der Stadt.


Hauptplatz


Das Paracelsushaus. Der Arzt und Philosoph Theophrastus Bombast von Hohenheim, bekannt als Paracelsus lebte von 1502 bis 1516 in Villach. Sein Vater arbeitete hier als Stadtarzt. Dass das hier auch ihr Haus gewesen ist, ist aber nur legendär überliefert.


Der Hauptplatz wurde im 12.Jh. angelegt.


Stadtpfarrkirche aus dem 14./15.Jh., ein Neubau nach Zerstörung der Vorgängerkirche im Erdbeben von 1348. Um 1526 nahm ein Großteil der Bevölkerung die Reformation an, Villach wurde zum religiözen Zentrum des Protestantismus in Kärnten. Die mit staatlicher Gewalt der Habsburgermonarchie durchgesetzte katholische Gegenreformation führte um 1600 zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt durch erzwungene Abwanderung der Evangelischen.


Stadtmauerrest


Überrest aus der römischen Antike


Nach der Machtübernahme der Nazis griffen sie auch in Villach die hier lebenden Jüdinnen und Juden an, beraubten sie, schlossen sie aus dem öffentlichen Leben aus, vertrieben und ermordeten sie. Die Villacher Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Heinrich Brunner, Valentin Clementin, Rosa Eberhard, Milan Jelic, Margarete Jessernig, Maria Peskoller, Erich Ranacher und Josef Ribitsch wurden 1944 in Graz von der NS-Justiz mit dem Fallbeil hingerichtet. Das Denkmal der Namen in der Widmanngasse erinnert an die von den Nazis Ermordeten in Stadt und des Bezirk Villach. Das Denkmal mit Glastafeln mit Namen der Ermordeten wurde nach der Eröffnung 1999 13-mal von Kärntner Neonazis beschädigt bis die fünfköpfige Gruppe 2010 durch Videoüberwachung erwischt wurde.

Sonntag, 10. April 2016

Maria Gail

10.4.2016

Im Kärntner Ort Maria Gail wurde ein Fußballspiel besucht. Rund 400 Menschen leben hier. Die Ortschaft gehört seit 1973 zur Stadt Villach.

Der Ort ist von der 1136 erstmals erwähnten Kirche geprägt. Nach Kriegszerstörung im 15.Jh. wurde sie wiederaufgebaut und 1486 neu geweiht.


2015 wurde an der Kirchenmauer eine Gedenktafel für neun Menschen aus Maria Gail angebracht, die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden. Die Tafel listet die Lebens- und Sterbedaten des ehemaligen Maria Gailer Bürgermeisters Anton Tuder, der im KZ Gusen (Nebenlager von Mauthausen) umgebracht wurde, sowie eines Kleinkind und zwei junger Frauen und von fünf Männer aus Maria Gail auf. Die Lebensgeschichten der Ermordeten wurden von einer lokalen Arbeitsgruppe zusammengetragen und die Initiative für die Tafel gestartet. In der Nachkriegszeit war noch verhindert worden, dass an sie namentlich gedacht wird. Jene Antifaschisten aus Maria Gail, die in Klagenfurt im Juli 1941 zum Tode verurteilt und dann mit dem Fallbeil ermordet worden waren, wurden von einem nachmaligen ÖVP-Politiker, der vor 1945 als SS-Mann für Verfolgung der Maria Gailer zuständig war, sowie einem VdU(FPÖ)-Mitbegründer Anfang der 1950er Jahre öffentlich als Verräter der deutschen Volksgemeinschaft beschmimpft.


Dass Kriegerdenkmal ist klassisch gestaltet und verkündet, dass die als Soldaten getöteten unglückseligen Menschen in den Weltkriegen für den Frieden gekämpft hätten. Da wäre man anderer Meinung.


Straßenszenen


Gail