Freitag, 7. Februar 2025
Rottenegg
7.2.2025
In Rottenegg im oberösterreichischen Mühlviertel habe ich ein Fußballspiel besucht. 440 Menschen leben in der zur Gemeinde St. Gotthard im Mühlkreis gehörenden Ortschaft Rottenegg.
Der Bahnhof Rottenegg an der von Linz-Urfahr nach Aigen-Schlägl führenden, 1885 bis 1888 errichteten Mühlkreisbahn befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Walding, wodurch Rottenegg hier ein Ortsteil der Gemeinde Walding ist.
Die Burgruine Rottenegg steht auf einer Anhöhe über der Ortschaft. Im Jahr 1285 wurde die Burg in einer Urkunde des Stifts Wilhering erstmals schriftlich erwähnt. Sie war über die Jahrhunderte im Besitz verschiedener Adeliger, die hier ihre Herrschaft über die Bevölkerung militärisch sicherten. Um 1620 ließen die damaligen Burgherren die Burg von der Festung zu einem für sie wohnlicheren repräsentativen Schloss umbauen. Anfang des 18.Jh. wurde die Anlage verlassen und verfiel zur Ruine. Übriggeblieben ist heute nur mehr der Palas, der Wohnturm der mittelalterlichen Burg.
Der einstige Meierhof neben der Burg, die landwirtschaftliche Gutsherrschaftsbetrieb zur Finanzierung des Luxuslebens der Adeligen, ist auch noch gut zu sehen.
Der Name Rottenegg kommt wohl vom mittelhochdeutschen rôt, was von einer entsprechend roten Gesteinsfärbung oder einem Anstrich der Burgmauern kommen kann, und dem mittelhochdeutsche egge oder eck, was eine vorspringende, seitlich abfallende Geländekante (Ecke) beschreibt. Rottenegg liegt also am roten Eck. Später entstand aber eine Sage, wonach einmal in einem rot angestrichenen Eck eine Burgherrin eingemauert worden sein soll, welche ihrer Magd das Ertränken von Kindern angeschafft habe.
Straßenszenen. Rottenegg ist die bevölkerungsreichste Ortschaft der aus acht Orten bestehenden Gemeinde St. Gotthard im Mühlkreis. Hier befinden sich u.a. auch das Gemeindeamt, Kindergarten und Freizeitzentrum.
In Rottenegg fließen die Flussläufe von Großer Rodl und Kleiner Rodl zur Rodl zusammen.
Im Jahr 1920 nahm der damals 23-jährige Josef Karl in einer Schmiede mit einer durch ein Wasserrad angetriebenen Gleichstrommaschine die Produktion von elektrischem Strom auf. 1924 wurde das Kraftwerk Rottenegg I errichtet (1959 folgte ein Kraftwerk Rottenegg II). Das seit 105 Jahren bestehende Familienunternehmen Karlstrom ist hier der regionale Stromversorger.
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