Donnerstag, 30. September 2010

spw 179



spw
Heft 179 (4/2010)
August 2010
67 S.







In den gesundheitspolitischen Diskussionen sieht Felix Welti stets ähnliche Grundmuster, nämlich einen Verteilungskonflikt: Es geht um Kostenverteilung zwischen Versicherten und Arbeitgebern und um Kostendämpfung zwischen Versicherten und Leistungserbringern. Der Heftschwerpunkt zur Gesundheitspolitik bringt verschiedene linke Politikansätze und informiert über Kritik an unsolidarischen Finanzierungskonzeptionen.
Dazu bilanziert Leonhard Hajen die politisch heiß umkämpfte Gesundheitsreform in den USA. Die USA haben nach Antworten auf Fragen gesucht, die sich bei uns so nicht stellen. Nicht mehr, oder noch nicht, das ist eher unser Problem. resumiert er.

Freitag, 24. September 2010

Datum 10/10



Datum
10/10
98 S.







Christoph Zotters Artikel über schwedische Internetzpiraten ist sehr interessant. Vor allem für einen Web-Eklektiker mit Tunnelblick wie mich, der diese Angebote vom Hörensagen kennt, aber nicht nutzt und sich über Offline-Medienreader (© Helmut Spudich) über diese Welt informiert.
Allerdings halte ich die einseitige Heroisierung der Portraitierten, auch wenn ich deren Position sogar in der Tendenz teile, für zu weitgehend. War da nicht irgendwann einmal eine journalistische Regel, daß man auch die andere Seite zu Wort kommen lassen sollte? Hätte der Qualität gut getan.

Dienstag, 21. September 2010

Datum 9/10



Datum
9/10
98 S.







Interessant die Reportage von Christian Krebs und Namphong Natchatheprasong über die letzte Episode der Machtkämpfe in Thailand.

Zum Titelthema, Kritik am Altkleidersammler Humana: Gut, daß ich bisher das alte Gewand immer in den Volkshilfe-Container geworfen hab'. Da ist man auf der sicheren Seite, daß etwas Gutes damit passiert. Sekte ist die Volkshilfe − soweit ich weiß ;-) − auch keine.

Freitag, 17. September 2010

Porto

15./16.9.2010

Porto, die zweitgrößte Stadt Portugals, wurde anläßlich eines Spiels von Rapid besucht. 216.000 Menschen leben in der Stadt, eine Million im Ballungsraum.
An der Mündung des Flusses Douro in den Atlantik gelegen, errichteten bereits in der Antike griechische Händler an diesem natürlichen Hafenbecken eine Siedlung, die sie Kalós (καλός, schön) nannten. In römischer Zeit hieß der Ort dann in Abwandlung Portus Cale (portus lateinisch für Hafen). Im Mittelalter wurde hier 1096 die Grafschaft Portucale als Teil des spanischen Königreichs Leon gegründet, aus der das spätere unabhängige Portugal wurde.

Das Rathaus (Paços de Concelho) an der Spitze der zentralen Prachtstraße Avenida dos Aliados. Es schaut älter aus als es ist, denn es wurde in historistischem Stil erst zwischen 1920 und 1957 erbaut.


Die Halle des Bahnhofs São Bento (Estação de São Bento), der bis 1906 in das damals leer stehende Kloster São Bento de Avé Maria mitten im Stadtzentrum hineingebaut wurde. Tunnel führen die Züge aus der Stadt hinaus. Die Halle wurde vom Künstler Jorge Colaço 1930 mit 20.000 bemalten Fliesen, die historische Motive zeigen, ausgeschmückt. Die bemalten blauen Fliesen (azulejos) findet man hier überall. In ganz Portugal dienen sie, auch in verschiedenen Farben, als Dekor oder Fassadengestaltung. Die ältesten wurden für den portugiesischen König Manuel I. im 15.Jh. im damals maurischen Sevilla von arabischen Handwerkern angefertigt. Al-zulayi nannten diese sie auf arabisch, kleine polierte Steine.


Der Kirchturm der spätbarocken Igreja dos Clérigos (1732−1750) ist mit 76 Meter der höchste Portugals. Da das Gebäude auch noch auf einem Hügel steht, diente der Turm hoch über der Stadt früher Seeleuten zur Orientierung.


Die hölzerne Jugendstileinrichtung der 1906 eröffneten Buchhandlung Livraria Lello & Irmão beeindruckt.


Am 78 Meter hohen Hügel Pena Ventosa, auf dem sich schon eine römische Siedlung befand, wurde im 12.Jh. die Bischofskirche (Sé do Porto) errichtet, die in den folgenden Jahrhunderten bis zu ihrer heutigen Gestalt oftmals aus- und umgebaut wurde. Trotz ihrer Eigenschaft als Kathedrale erscheint sie mehr als festungsartige Wehrkirche, was sie auch war. Verstärkt durch die Optik des Granitsteins, aus dem ein großer Teil der Altstadt gebaut ist. Das eckige Gebäude rechts neben der Kirche überbaut die Casa da Câmara, das erste Rathaus der Stadt und mittelalterlicher Versammlungsort.


Porto ist unglaublich reich an pittoresken Fassaden in allen Teilen der Altstadt. Ich konnte mich gar nicht sattsehen an ihnen. Hier quasi ein Symbolbild, Häuser am Ufer des Flusses Douro. Allerdings ist auch zu sehen, daß die alten Häuser entweder großteils leer stehen oder von sehr armen Leuten bewohnt werden.


Abendstimmung an der Mündung des Rio Douro in den Atlantik.


Sonnenuntergang am Atlantischen Ozean.


Die gigantische Schmiedeeisenbrücke Ponte Dom Luís I. überspannt den Douro. Sie wurde 1881−1885 nach den Plänen von Théophile Seyrig erbaut, einem Mitarbeiter von Gustave Eiffel. Von Eiffel selbst stammt die bereits 1876 eröffnete, ähnliche Eisenbahnbrücke Ponte Maria Pia ein kleines Stück flußaufwärts.

Die Brücke führt von seinem nördlichen Ufer des Douro, an dem Porto liegt, an das südliche Ufer. Hier liegt Vila Nova de Gaia, der Weinort. Hier liegt der Portwein in den Weinkellern.

Von Vila Nova de Gaia aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt von Porto.
Auf den historischen Booten, die am Ufer ankern, wurde er früher transportiert. Heute liegen sie zum Zweck der Demonstration und gelungenen Attraktion vor Anker.


Blick von der oberen Fahrbahn der Ponte Dom Luís I. auf das alte Hafenviertel Portos, der Ribeira. Was für eine Aussicht!


Des weiteren wurde auch ein weiteres Stadion besichtigt (Boavista).

Dienstag, 14. September 2010

Europäische Rundschau 2010/2




Europäische Rundschau
2/2010
150 S.







Pophistoriker: Gibt es diesen Begriff? Wenn nicht, dann präge ich ihn hiermit in Anlehnung an den Begriff Popliteratur. Das hat nichts mit Popmusik zu tun. Der britische Pophistoriker Niall Ferguson jedenfalls beschäftigt sich mit dem alten, großen Thema des Aufstiegs und Falls von Imperien und meint, daß diese entgegen landläufigen Typisierungen nicht Phasen langen Abstiegs erleben, sondern komplexe Systeme sind, die nicht einen gemächlichen Zyklus von Arkadien über die Hochblüte zu Armageddon durchlaufen, sondern früher oder später plötzlichen und katastrophalen Fehlleistungen erliegen.

Sonst ist noch Ignác Romsics' tour d'horizon durch die ungarische Geschichte des 20. Jahrhunderts im Heft interessant.

Freitag, 3. September 2010

Blätter, August 2010



Blätter für deutsche und internationale Politik
Heft 8/2010
128 S.








Norbert Seitz bringt eine Art Nachruf auf die Spezies der Parteiintellektuellen, an denen es der heutigen deutschen Sozialdemokratie fehle. Während in den 1950er/60er Jahren einander Carlo Schmid und Willi Eichler, in den 70er Jahren Peter von Oertzen und Richard Löwenthal und in den 80er Jahren Erhard Eppler und Peter Glotz als Antipoden diskursive Auseinandersetzungen um Ausrichtung und Politik der SPD führten, sei die heutige linke Öffentlichkeit in Nischen und Netzwerke zerfallen. Spin-Doctors und ,Alphajournalisten setzten stattdessen die Themen.
Letzteres ist tatsächlich ein strategisches Problem der Sozialdemokratie. Die Zeit der Heroen ist allerdings gewiß vorbei. Das muß und darf aber nicht das Ende öffentlicher Debatte sein. In seiner Rekapitulation der Positionen der genannten Persönlichkeiten bietet Seitz jedenfalls einen spannenden Abriß zur Debattengeschichte in der SPD.

Über Drogenkrieg und Demokratieverfall in Mexiko berichtet im Heft weiters Florian Gräfe. Jürgen Habermas schreibt über den Begriff der Menschenwürde und die Konzeption der Menschenrechte.